Dr. Ernst Georg Schneider

    Link kopieren

    wurde am 6. Oktober 1900 in Heldenbergen geboren. Nach dem Abitur studierte er Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Rechtswissenschaft und promovierte 1922 in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. In den 20er Jahren baute er mit seinem jüdischen Mentor Siegfried Arndt eine Firmengruppe um die Kohlensäure-Industrie AG in Berlin auf. Dazu gehörten Unternehmen der Chemiebranche ("Odol"), des Maschinenbaus und Betriebe der Stahlverarbeitung. Als Arndt in die USA emigrierte, geriet auch Schneider mit den Nationalsozialisten in Konflikt, die ihn vorübergehend im Kölner "Klingelpütz" festsetzten. Dennoch konnte der spätere Präsident der IHK Düsseldorf (1949-1968) die Unternehmensgruppe weiterführen und die treuhänderisch verwalteten Anteile von Arndt diesem nach dem Krieg zurückgeben. Parteilich unabhängig, von seinem Wesen her nüchtern und rational, griff Schneider in wirtschaftliche Debatten ein. In vielen Reden während seiner DIHT-Präsidentschaft von 1963 bis 1969 war er ein kritischer Mahner der gesellschaftlichen Entwicklung. Schneider interessierten vor allem Fragen der Unternehmensführung sowie der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Er rückte Fragen wirtschaftlicher Zusammenhänge ins öffentliche Bewusstsein und warb für eine Darstellung, die auch wirtschaftliche Laien die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft verständlich macht. Seine besondere Sorge galt der Heranbildung eines guten Unternehmernachwuchses. Aber auch die Malerei und Graphik findet in ihm einen eifrigen Förderer. 1975 wurde Dr. rer. pol. Dr. med. h.c. Ernst Georg Schneider der Ehrenbürgerbrief der Stadt Nidderau verliehen.