Verschlusskonnektor aus Polyamiden für die Automobilindustrie, Gehäusedeckel aus Polycarbonaten für Wasserpumpen Nierensteinentfernergehäuse aus GFK für die Medizintechnik, Endkappenhalter für Lattenroste, aber auch Wassertanks, Mülleimer und mehr: Ideen, Konzeption und Spritzgussformen nicht nur für viele alltäglichen Plastikteile stammen oft aus Nidderau. Kemal Taskaya ist mit seiner Firma Alkatas Spezialist für Kunststofftechnik, Formen- und Modellbau sowie Werkzeugkonstruktion. Vor 16 Jahren hat der Diplom-Ingenieur die Stadt als neuen Mittelpunkt für Leben und Arbeit ausgewählt – und es nicht bereut.
„Nidderau gefällt mir unglaublich – die Ruhe, die Landschaft, die Umgebung, die gute Nachbarschaft, die Sicherheit. Und ich bin ganz schnell bei meinen Kunden“, berichtete der 60-Jährige bei einem Besuch von Bürgermeister Andreas Bär und ergänzte mit einem Lächeln: „Man hört hier keine Polizeisirenen.“ Die Lebensgeschichte beeindruckte den Rathauschef. „Der Werdegang von Kemal Taskaya ist ein Vorbild für Zuwanderer. Seine Lernbereitschaft, sein Fleiß, seine Zielstrebigkeit, aber vor allem seine Offenheit und Herzlichkeit sind die Bausteine für eine musterhafte und erfolgreich gelungene Integration“, sagte Bär.
Nach dem Abitur in Izmir kam Taskaya in den 80er-Jahren nach Deutschland, um zu studieren – ohne ein Wort deutsch zu sprechen. In Paderborn legte er sein Studium der Elektrotechnik mit sehr guten Noten ab. Weil die Jobs in diesem Berufsfeld damals rar gesät waren, führte der Berufsweg in die Kunststofftechnik. Er wurde schnell zum Betriebsleiter. Nach Stationen in Frankfurt und Stuttgart als Qualitätsmanager und Projektleiter wagte Taskaya den Sprung in die Selbstständigkeit. 2010 gründete er Alkatas Kunststofftechnik und Werkzeugbau. 2019 kaufte er den Standort im Gewerbegebiet am Lindenbäumchen. In Heldenbergen ist das „Gehirn“ der Firma: Konstruktion, Modellbau, Projektleitung und Kontrolle. Der Werkzeugbau erfolgt in der Türkei. Die Produktion der Spritzgussteile übernehmen Partnerbetriebe in Bad Vilbel, Berlin und Fürth. 95 Prozent der Kunden, darunter Branchengrößen wie Daimler, Liebherr, Siemens AG und Reinhold Keller GmbH sitzen in Deutschland.
Deutsches Arbeitsethos und türkische Herzlichkeit und Flexibilität: „Ich wollte immer das Beste aus zwei Welten zusammenfügen“, sagt Taskaya. Mit der türkischen Kultur sei er nach Deutschland gekommen. „Und ich habe hier unheimlich dazugelernt.“ Respekt zeigen, damit man Respekt bekommt: Der Vater von fünf Kindern im Alter von 34 bis 13 Jahren bezeichnet sich als Familienmensch. Und er sorgt sich um den Nachwuchs. „Jedes Kind, das man nicht fördert, ist ein Verlust für Deutschland.“ Als Fußballtrainer der C-Jugend von Victoria Heldenbergen leistet er einen ehrenamtlichen Beitrag – mit Respekt und türkischer Herzlichkeit: Shakehands und eine Umarmung gehören zum „Aufwärmprogramm“ immer dazu.
Magistrat der Stadt Nidderau
21.04.2026
Andreas Bär
Bürgermeister


