Einem in Schutt und Asche liegenden Bundesland bescherte er eine wirtschaftliche Blüte. Ihm gelang die Integration von fast einer Million Kriegsvertriebenen. Er war einer der Väter des Grundgesetzes. Der Ausbau des Flughafens Frankfurt zu einem internationalen Großflughafen ging ebenso auf seine persönliche Initiative zurück wie die Berufung von Fritz Bauer zum Generalstaatsanwalt, mit dem eine neue Epoche der Aufarbeitung der Verbrechen der NS-Zeit begründet wurde. Kaum ein Mensch hat Hessen so geprägt wie Georg-August Zinn. Diese besondere Rolle des Ministerpräsidenten von 1950 bis 1969 machten Diskussion und Redebeiträge bei der Eröffnung der Ausstellung „Georg-August Zinn – Für ein modernes und weltoffenes Hessen“ im Familienzentrum der Stadt Nidderau deutlich.
Der Historiker Prof. Dr. Walter Mühlhausen zeichnete in seinem Vortrag „Ein Leben für Demokratie und Verantwortung“ einen Werdegang nach, der den Bogen vom Kommunalpolitiker über den engagierten Anwalt im Kampf gegen das Unrecht des NS-Regimes bis zu seinem Wirken als Lenker und Gestalter eines neu geschaffenen Bundeslandes spannte. In einer von Dr. Vinzenz Huzel moderierten Gesprächsrunde mit Zinns Sohn Dr. Georg-Christian Zinn sowie Historiker Mühlhausen wurde den 40 Besuchern im gut gefüllten Saal im Beisein von Bürgermeister Andreas Bär und MdB a.D. Bernd Reuter ebenso interessant wie lebhaft der Politiker Zinn und der Mensch Zinn beleuchtet.
„Hesse ist, wer Hesse sein will“: Die Wanderausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Archivs der Sozialen Demokratie ist nochmals vom 14. bis 30. September bei freiem Eintritt im Familienzentrum zu besichtigen. Aktuell macht sie Zwischenstation beim Hessenempfang in der Landesvertretung in Berlin.
Magistrat der Stadt Nidderau
10.09.2026
Andreas Bär
Bürgermeister


