Getreide, Quinoa, Mohn und mehr in ökologisch bester Qualität direkt aus Nidderau: Auf
dem Weg zum Biobauernhof hat Katja Jost einen Schub erhalten. Ihr Hof am Ortsrand
von Ostheim ist als einer von zwölf Betrieben in Deutschland mit dem Förderpreis
„Gemeinsam Boden gut machen“ ausgezeichnet worden. Das vom Naturschutzbund
(NABU) Deutschland in Zusammenarbeit mit den Lebensmittelhandelsketten Alnatura und
Rewe initiierte Programm unterstützt Landwirte bei der Umstellung von „klassischer“ auf
ökologische Landwirtschaft.
„Das ist ein echter Mutmacher, denn der Schritt erfordert Mut, ist aber meines Erachtens
der richtige, nicht nur in Hinblick auf einen nachhaltigen, schonenden Umgang mit der
Umwelt“, freute sich Nidderaus Bürgermeister Andreas Bär bei einem Treffen mit Katja
Jost, ihrem Gatten Christoph, Tochter Naja und Vater Klaus Mehrling. Wie besonders die
Auszeichnung sei, zeige sich daran, so Bär, dass Katja Josts Hof der einzige prämierte
Betrieb aus Hessen ist.
Der Weg zur sogenannten Naturland-Zertifizierung erfordert einen langen Atem. Dünger
und Pestizide müssen aus dem Boden verschwinden. Zwei Jahre lang darf die Diplom-
Ingenieurin für Agrarwirtschaft nur Tierfutter produzieren. Es ist die letzte
„Umstellungsernte“ für den Hof. 2027 kann auf dem 130 Hektar großen Areal erstmals
Korn & Co. in Bioqualität angebaut werden.
Der Verzicht auf chemische Dünger und Pestizide erfordert innovative Ideen und ein
cleveres Management. Der „Farmdroid“, ein Agrarroboter, unterstützt bei der Aussaat und
verrichtet die mechanische Bekämpfung von Unkraut. Drohnen erleichtern die
Überwachung des Pflanzenwachstums und helfen vor der Ernte, Rehkitze aufzuspüren.
Neben Technik setzt die 41-Jährige auf natürliche Verbündete: Der Natur überlassene
Feldränder und spezielle Saatmischungen für den Zwischenfruchtanbau locken Insekten
an. Schmetterling, Biene, Käfer & Co. helfen bei der Befruchtung der Pflanzen und der
Schädlingsbekämpfung.
Magistrat der Stadt Nidderau
22.07.2026
Andreas Bär
Bürgermeister

