Fischtreppe für das Nidderwehr - 


Der Sprung ist einfach zu groß: Das Nidderwehr in Windecken ist offiziell als

Fischaufstiegshindernis klassifiziert. Dieser Status wird bald der Vergangenheit

angehören. Das Nidderwehr erhält eine Fischtreppe, einen sogenannten

Riegelbeckenpass mit zehn Stufen. Die Flossenschwimmer können künftig das Wehr in

mehreren kleinen Sprüngen überwinden und ihre Laichgebiete erreichen, was für die

Erhaltung der Fischpopulationen entscheidend ist. Mit der Maßnahme kommt die Stadt

Nidderau den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie nach. Der Beginn der

dreimonatigen Bauarbeiten ist für Mitte August geplant.


„Die ökologische Durchgängigkeit des Flusses wird wieder hergestellt, zudem unterstützt

die Maßnahme den Hochwasserschutz“, erklärt Katja Adams, Leiterin des Fachbereichs

Umwelt. Das Wehr erhält nicht nur eine Fischtreppe. Der steinerne Bau wird komplett

ertüchtigt. Beide Ufer werden renaturiert, um den Aufenthalt für Fisch, Frosch & Co.

attraktiver zu machen.


Basis für die Maßnahme ist eine Verwaltungsvereinbarung zwischen der Stadt Nidderau

und dem Wasserverband Nidder-Seemenbach, einem Zusammenschluss von 14

Kommunen, dem auch Nidderau angehört. Der Wasserverband übernimmt die

Trägerschaft für die Umsetzung. Das Land Hessen steuert 85 Prozent der Kosten von

insgesamt 400.000 Euro bei. Die Stadt Nidderau stellt die für die Renaturierung

benötigten Flächen und bezahlt einen Eigenanteil von 15 Prozent.


Im Mittelpunkt der Renaturierung am Nidderwehr steht die Errichtung eines

Umgehungsgerinnes als Riegelbeckenpass mit zehn Riegeln respektive Stufen aus

Naturstein. Um Wartungsarbeiten am Wehr zu ermöglichen, muss über das

Umgehungsgerinne eine Zufahrt geschaffen werden. Der vorhandene, stark beschädigte

Wehrkörper wird mit Sandsteinblöcken ausgebessert. Quasi hinter das Wehr werden

Steine und Kies eingebracht, um den Baukörper zu stabilisieren. Beide Ufer werden

abgeflacht. Am linken Ufer sorgen künftig Steinblöcke und Totholzstrukturen für eine

ökologische Aufwertung. Das rechte Ufer erfährt ebenfalls diverse Maßnahmen für ein

„gesünderes“ Gewässer und wird zudem aufgeweitet. Die Rohre des am Wehr

einmündenden Grabens werden entfernt. Anschließend wird der Graben auf einer Länge

von rund 200 Metern renaturiert und an den Gewässerverlauf der Nidder angeschlossen.

Flussabwärts der neuen Grabeneinmündung steht das Einbringen eines Kiesdepot auf

der Agenda.

 

 

Magistrat der Stadt Nidderau

22.07.2026

 

Andreas Bär

Bürgermeister