Eine „Neue Mitte“ für Ostheim, mehr Leben für den Pfaffenhof Erbstadt mitsamt Innenhof,
die Umwandlung des Bereichs um die Willi-Salzmann Halle zu einem attraktiven „Entree
der Stadt“ und vieles mehr. Es sind große Projekte, für die sich bessere Perspektiven
auftun: Mit der Aufnahme in das Landesprogramm Dorfentwicklung ergibt sich für die
Stadt Nidderau die Chance, die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger deutlich zu
erhöhen. Nidderau ist eine von zwölf Kommunen, die vom Land Hessen neu in das
Förderprogramm zur Stärkung der ländlichen Regionen aufgenommen worden ist. Im
Rahmen eines Festaktes in Hünfelden überreichte Heimatminister Ingmar Jung die
Urkunde an Bürgermeister Andreas Bär.
„Von der Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm werden alle Stadtteile profitieren:
Das Förderprogramm dient zur Stärkung der Innenentwicklung und zum Erhalt der
historischen Siedlungs- und Baustrukturen“, sagte Bär. Ziel ist es, die historischen
Ortskerne als attraktiven und lebendigen Lebensraum zu gestalten.
„Wer den ländlichen Raum stärken will, muss in seine Dörfer investieren. Mit der
Dorfentwicklung unterstützen wir die Kommunen dabei, ihre Ortskerne zu beleben, die
Lebensqualität zu erhöhen und den Zusammenhalt vor Ort zu sichern“, erklärte
Heimatminister Jung.
Von dem „Booster“ profitieren auch Bürgerinnen und Bürger. Voraussichtlich ab Herbst
können Anträge auf Zuschüsse gestellt werden. Voraussetzung ist eine Mindestinvestition
von 10.000 Euro. Förderfähig sind bis zu 35 Prozent der Ausgaben, beispielsweise für
den Umbau von Wirtschaftsgebäuden zu Wohnraum, aber auch für die Erweiterung und
Neuanlage von privaten Hof-, Garten- und Grünflächen.
Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Februar 2026 mit einem einstimmigen
Beschluss den Weg freigemacht. Vorausgegangen war die Erstellung eines kommunalen
Entwicklungskonzeptes, kurz KEK, bei dem Johannes Michel und Tamara Rexroth vom
Main-Kinzig-Kreis entscheidend mitgewirkt hatten. Das KEK listet über zwei Dutzend Maßnahmen auf. Neben großen Projekten wie der Ertüchtigung der Willi-Salzmann-Halle
sind darin auch kleinere Maßnahmen enthalten, beispielsweise die Umgestaltungen von
Plätzen. Ein weiteres Vorhaben ist die Entwicklung des Areals an der Schlossbergstraße
in Windecken zu einem touristischen Erlebnisort mit dem Ensemble Vorplatz Schloss,
Bandkeramikhaus und Hexenturm. Was letztlich umgesetzt wird, darüber entscheiden die
Stadtverordneten in Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten und einer Steuerungsgruppe.
„Unsere fünf Stadtteile haben jeweils ihren eigenen Charakter, ihren eigenen Charme und
ihre eigenen Vorzüge. Diese Vielfalt wollen wir bewahren und gleichzeitig das Miteinander
stärken. Die Bürgerinnen und Bürger können mit privaten Maßnahmen einen großen
Beitrag leisten“, wirbt Bürgermeister Bär für die Teilnahme am Landesprogramm
Dorfentwicklung.
Das Landesprogramm läuft von 2026 bis 2032. Jährlich stellt das Land Hessen mehr als
40 Millionen Euro an Zuschüssen zur Verfügung. Mit einer verstärkten Innenentwicklung
der Ortskerne im Zuge der Dorfentwicklung entsteht eine zweite Säule zur Schaffung von
Wohnraum, die den Flächenverbrauch reduziert. Innenentwicklung, moderne
Bürgerhäuser zur Förderung eines aktiven Vereins- und Gemeinschaftslebens sowie die
zeitgemäße Umgestaltung von Dorfplätzen und Grünanlagen zu attraktiven
Freizeitangebote sind die drei Handlungsfelder der Dorfentwicklung.
Magistrat der Stadt Nidderau
22.07.2026
Andreas Bär
Bürgermeister


