Neues Abfallkonzept ab 2027


Nidderau verabschiedet sich von der Müllverwiegung. Mit Beginn des Jahres startet ein neues Abfallkonzept. Die Stadt tritt der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) Abfallentsorgung MKK bei, einem Zusammenschluss des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Main-Kinzig-Kreis und aktuell 15 Kommunen. Auslöser für den Systemwechsel ist die Aussicht auf langfristig stabile Kosten. Eine bessere Abstimmung, effizientere Planung, Synergieeffekte und Ersparnisse bei Ausschreibung und Verwaltung durch ein einheitliches System sind weitere Vorteile.

Nicht mehr das Gewicht, sondern die Größe der Tonne entscheidet über die Höhe der Gebühren. Beim Restmüll sind acht Abfuhren in der Grundgebühr gestaffelt nach Tonnengröße. Bis zu 13 Leerungen können von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden, nimmt man alle 13 Leerungen wahr, zahlt man die 5 Leerungen als zusätzliche Leerungsgebühr auf die Jahresgebühr drauf. Aus Kostengründen wird die Biotonne ganzjährig alle zwei Wochen entleert. Eine bestimmte Anzahl Leerungen werden auch in der Biogrundgebühr enthalten sein, wie viele es sein werden, beschließt die Stadtverordnetenversammlung Ende November. Für die Bioabfallgrundgebühr spielt die Größe der Tonne auch eine Rolle für die Höhe der Gebühr. 26 Abfuhrtermine werden angeboten. Auch beim Sperrmüll spielt das Gewicht keine Rolle mehr. Die Abholung ist auf drei Kubikmeter begrenzt. Die Verwaltung schlägt den Gremien in einem Entwurf vor, die Abrechnung über eine Pauschale vorzunehmen.

Neu sind eine 80-Liter-Restmülltonne und eine 240-Liter-Biotonne. Weil größere Biotonnen zur Verfügung stehen, erfolgt die Abfuhr von Grünschnitt viermal statt bislang sechsmal im Jahr. Der Abfallkalender 2027 wird als pdf-Download auf der Homepage der Stadt und per App zur Verfügung gestellt, sobald der MKK die Daten zur Verfügung stellt. Die Verteilung an alle Haushalte wird eingestellt. Der Kalender in Papierform wird in Geschäften und Bürgerhäusern ausgelegt.

„Wir nehmen Abschied von einem gerechten System, aber allein können wir das nicht mehr stemmen“, sagt Erster Stadtrat Rainer Vogel. Aktuell fallen in Nidderau rund 55 Kilogramm Restmüll pro Person und Jahr an. Im Main-Kinzig-Kreis liegt der Durchschnitt bei 110 Kilogramm. Das Wiegesystem ist aufgrund eichrechtlicher Belange nicht mehr umsetzbar. Zudem sind die „Partnergemeinden“ in der Wetterau komplett aus dem System ausgestiegen. Als „Solist“ hätte eine Kostenexplosion gedroht. Berechnungen haben Steigerungen von bis zu 300 Prozent ergeben, die auf die Bürgerinnen und Bürger hätten umgelegt werden müssen.

Höhere Deponiegebühren und ein Ausschreibungsergebnis mit Kostenerhöhungen für die Einsammlung und den Transport machen dennoch eine Anpassung der Abfallgebühren notwendig. Prognostiziert wird ein Anstieg um mindestens 25 Prozent. Die künftige Höhe der Abfallgebühren wird von der Stadtverordnetenversammlung Nidderau in der Sitzung am 26. November festgelegt.

 

 

Magistrat der Stadt Nidderau

04.11.2026

 

Andreas Bär

Bürgermeister