Musikalische Lesung “Lebensspuren” mit Gabriele Lüdecke-Eisenberg

28.10.2021, 19:00 - 21:00 Uhr

28.10.2021, 19:00 Uhr, Bertha-von-Suttner-Schule

Musikalische Lesung – “Lebensspuren” mit der Hanauerin Gabriele Lüdecke-Eisenberg.  Schüler*innen und Schüler der Bertha-von-Suttner-Schule haben sich auf Spurensuche begeben und berichten von jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern aus Nidderau und Hanau. Ausstellung von Schülerarbeiten und geistliche Lieder aus Israel.

Die Gestapo verhaftet die Hanauerin Greta Krieg am 10. Februar 1945 in ihrer Wohnung im Salisweg 34. Begründung: Die Jüdin lebe in einer verbotenen „Mischehe“ mit einem Deutschen. Obwohl das Konzentrationslager Auschwitz am 27. Januar 1945 befreit worden war, sperrte die Gestapo Greta Krieg und 16 weitere Hanauer Juden aus „Mischehen“ noch am besagten 10. Februar ins Gefängnis im Fronhof. Nach drei Tagen brachte man sie alle nach Frankfurt und pferchte sie mit weiteren Juden in einen Viehwaggon am Güterbahnhof Ost – bei eisiger Kälte, ohne Stroh, Decken, Wasser oder Essen. Ziel des grausigen Zuges: das Konzentrationslager Theresienstadt. Greta Krieg hatte Glück und überlebte. Sie wurde am 8. Mai 1945 befreit. Mit ihrem Mann und beiden Töchtern lebte sie noch bis 1951 in Hanau, dann wanderte die Familie über Argentinien in die USA aus.

Solche und 235 weitere Biografien Hanauer Frauen, die während der NS-Diktatur aus verschiedenen Gründen verfolgt wurden, hat die Projektgruppe „Lebensspuren“ zusammengetragen. „Alle wurden verfolgt, weil sie Jüdinnen, Roma oder Sinti waren, das NS-Regime politisch bekämpften, sich den Zumutungen der sogenannten Volksgemeinschaft widersetzten, ihrem Glauben treu blieben oder nicht für den Krieg arbeiten wollten“, erklärt die Hanauer Historikerin Ursula Krause-Schmitt.

PROGRAMM (PDF)


Zeit

19:00 - 21:00 Uhr

Veranstaltungsort

Bertha- von- Suttner-Schule

Veranstaltungkategorie