Polizeidirektor Jürgen Fehler begrüßte dieser Tage die Stadt Nidderau als neue KOMPASS-Kommune und überreichte Bürgermeister Gerhard Schultheiß das Starter Kit. KOMPASS, das Angebot des Hessischen Innenministeriums an die Städte und Gemeinden in Hessen, das auf eine nachhaltig ausgerichtete Verzahnung und noch engere Zusammenarbeit zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Polizei und Kommune abzielt, nimmt nun auch Einzug ins Rathaus.

Die Polizei Hessen bietet an, gemeinsam mit den Kommunen und den Bürgerinnen und Bürgern, die spezifischen kommunalen Sicherheitsbedürfnisse, also auch Sorgen und Ängste der Bevölkerung zu erheben, zu analysieren und gemeinsam ein passgenaues Lösungsangebot zu entwickeln. Der Leitende Polizeidirektor Jürgen Fehler hob in seiner Ansprache hervor, er freue sich sehr, dass die Stadt auf das KOMPASS-Projekt aufmerksam geworden ist und Bürgermeister Gerhard Schultheiß im Februar 2020 mitteilte, dass die Stadt künftig an der Sicherheitsinitiative teilnehmen werde. So ein zielgerichtetes und engagiertes Vorgehen ist vorbildlich und sehr erfreulich.

In ihrer Sitzung im Februar 2020 hat die Stadtverordnetenversammlung den Beitritt zu KOMPASS beschlossen. Bürgermeister Gerhard Schultheiß sieht der Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden zuversichtlich entgegen: „Nidderau hat keine Polizeidienststelle und bislang noch keinen Präventionsrat. Die engere Zusammenarbeit sollte mit dem Ziel verbunden sein, Nidderau für unsere Bürgerinnen und Bürger sicherer zu machen und dadurch die Lebensqualität zu erhöhen. In der Vergangenheit hat Nidderau sich bereits mit Projekten und Präventionsmaßnahmen beschäftigt, die nennenswert im Bereich Sicherheit umgesetzt wurden. So steht der Schutzmann vor Ort den Bürgerinnen und Bürgern monatlich zur Seite. Die direkte Kontaktpflege zu Bürgern und die enge Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt wird gerne von der Bürgerschaft in Anspruch genommen. Seit 2017 wurden in Nidderau 26 Leon-Hilfeinseln eingerichtet, die eine Anlaufstelle für Hilfesuchende Kinder bieten. Es stehen für die Senioren drei Sicherheitsberater zur Verfügung, die unter anderem vor Kriminalität durch Aufklärung schützen. Zur Verminderung von Unfallgefahren auf dem Schulweg werden bereits seit 16 Jahren Elternlotsen ausgebildet. Darauf lässt sich weiter aufbauen.“

Begleitet wird die Kommune vom KOMPASS-Team des Polizeipräsidiums Südosthessens, das beratend und hilfestellend in der Umsetzung weiterer Maßnahmen begleitet. Leitender Polizeidirektor Jürgen Fehler hob hervor: „Mit KOMPASS wollen wir neben den kriminalpräventiven Maßnahmen aber auch die Verkehrssicherheitsprävention vertiefen und insbesondere eine intensive Bürgerbeteiligung erreichen. Unser Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern einen größtmöglichen Schutz zu bieten. Dabei sei auch zu erwähnen, dass die Menschen hier in einer sicheren Region leben. Seit Jahren sinken in unserem Präsidiumsbereich die Fallzahlen bei den Kriminalitätsdelikten bei gleichzeitiger Steigerung der Aufklärungsquote.“

Die Polizei Hanau II und das Ordnungsamt, vertreten durch den Leiter Ersten Polizeihauptkommissar Rainer Kraus und der Ordnungsamtsleiterin Alexandra Laubach, pflegen bereits ein gutes und produktives Miteinander, was sich nun durch neue strategische Planungen im Bereich Sicherheit intensiviert wird. Der nächste Schritt der Präventionsarbeit ist eine Bürgerbefragung. Die Befragung wird durch wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Gießen begleitet. Diese Befragung ist das wesentliche Element in dem Gesamtprozess. Danach richten sich weitere Steuerprozesse aus. Aufgrund der Sicherheitsanalyse können die nächsten Schritte festgelegt werden. Sobald drei Maßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden, erhält die Stadt das Sicherheitssiegel des Landes Hessen.

„Es ist von grundlegender Bedeutung, dass alle kommunalen Akteure an einem Tisch zusammenkommen. Dazu gehören nicht nur die Polizei und das Ordnungsamt, sondern auch kommunale Dienstleister oder Unternehmen, Entsorgungsbetriebe, Feuerwehr, ÖPNV, Kirchen, Industrie, Handel, Handwerk, Schulen und Vereine. Sie alle können ihr Fachwissen, ihr Know-how und ihre Ressourcen einbringen“, betont Bürgermeister Gerhard Schultheiß. Sicherheit ist immer ein Thema einer Kommune. Hier klaffen oft objektive Sicherheit und das subjektive Sicherheitsempfinden weit auseinander. Es kann dagegen gelenkt, entwickelt und initiiert werden.

Bildtext: Bei der Übergabe des Starter-Kits zur Aufnahme der Stadt Nidderau in das Präventionsprogramm KOMPASS (von links): Der Leitende Polizeidirektor Jürgen Fehler, die Leiterin des Ordnungsamtes Alexandra Laubach, Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) und Erster Polizeihauptkommissar Rainer Kraus, Leiter der Polizeistation Hanau II (Land). Foto: Jan-Otto Weber