social-bag.com e. V.

Frauengesundheit in Kenia

Es ist allen bewusst, dass viele Frauen und Kinder auf der Welt, anders als in Europa, keinen Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung haben. Das wollte die Nidderauerin Anke Gaußmann nicht einfach so hinnehmen und gründete 2017
den Verein social-bag.com e.V. mit Sitz in Nidderau. Sie ist Gründungsmitglied und 1. Vorsitzende, der Verein social-bag.com e.V. ist als gemeinnützig anerkannt

Der Verein engagiert sich für Menschen in benachteiligten Teilen
der Welt mit Schwerpunkt in Kenia. „Mir liegt die Verbesserung der medizinischen Versorgung von Frauen und Kindern am Herzen“, betont Anke Gaußman. „Zusammen mit kenianischen Ärzten, Hebammen und Krankenschwestern möchten wir zur Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit beitragen“. „Wir“, das sind insgesamt fünf deutsche Ärzte, die zusammen mit kenianischen Ärzten und Krankenschwestern ehrenamtlich Frauen und Kinder in den Slums von Nairobi medizinisch versorgen.

Vorsorge, Familienplanung, Schwangerschaftsvorsorge und Impfungen gehören zu den wichtigsten Betätigungsfeldern des Vereins. Die ärztliche Versorgung ist in Kenia zwar staatlich geregelt und finanziert, allerdings können sich viele Patienten nicht einmal den Weg zum Arzt leisten. Viele Ärzte und Krankenhäuser verlangen darüber hinaus noch Gebühren und sofortige Bezahlung ihrer Leistungen. Besonders Frauen sind die Hauptleidtragenden dieser Umstände, so könne Beratung zur Verhütung oder Schwangerschaftsvorsorge kaum umgesetzt werden.
Die Anzahl der Frauen, die während der Geburt und Schwangerschaft in Kenia sterben, ist mit 400 zu 100.000 Frauen, die höchste in der Welt (zum Vergleich: in Deutschland beträgt die Zahl 4/100.000). Gerade junge Frauen mit ungewollten Schwangerschaften sind von dieser Situation am meisten betroffen.

Anke Gaußman und Ihre Mitstreiter arbeiten regelmäßig vor Ort, die Reisen finanzieren sie selbst. Die Projekte werden mit Spenden und gezielter Unterstützung von Stiftungen, Firmen und Verbänden, sowie mit Erlösen aus Wohltätigkeitsveranstaltungen finanziert.  Geld -und Sachspenden von Privatpersonen machen einen großen Anteil des Spendenaufkommens aus.

Ein wichtiger Aspekt der Vereinsarbeit ist die Nachhaltigkeit. Das Ziel ist, neben der medizinischer Behandlung bedürftiger Menschen, die Ausbildung des einheimischen Personals zu gewährleisten. Das führt zu einer Skalierung der Wirkung der Maßnahmen und zur Weiterbildung des dortigen medizinischen Personals. „Mit Ausbildung, finanzieller Unterstützung und praktischer Hilfe wird der Bevölkerung frauen- und kinderärztliche Versorgung umsonst oder zu sehr günstigen Preisen ermöglicht“, berichtet Anke Gaußmann.

Der Verein agiert innerhalb internationaler Initiativen, indem er beispielsweise an der nursing now – Kampagne der WHO teilnimmt.

 

Rehnet Medical Center

Das erste Projekt wurde zusammen mit kenianischen Ärzten, Hebammen und Krankenschwestern als Modellklinik entwickelt. Die Ambulanz hat im April 2017 die Arbeit aufgenommen. Social-bag.com e.V. hat die Einrichtung der Praxis übernommen, ein einfaches Labor aufgebaut und ein Ultraschallgerät zur Verfügung gestellt.

Deutsche Ärzte haben ehrenamtlich bei insgesamt sieben Einsätzen mit mindestens zwei Ärzten für eine Woche die bedürftige Bevölkerung kostenlos behandelt und die kenianischen Kollegen weitergebildet.

Im Januar 2019 fand der erste strukturierte Ultraschallkurs im Kenyatta University Hospital und in unserem Medical Center statt. Dreizehn Hebammen und Krankenschwestern/Krankenpfleger sowie ein Arzt wurden in den Grundlagen der Ultraschalldiagnostik für Gynäkologie und Geburtshilfe ausgebildet.

Im August 2019 wurde die Ambulanz wie geplant in kenianische Hände übergeben!

Im Oktober 2019 wurde die Arbeit an zwei neuen Projekten in Nairobi begonnen, die unten vorgestellt werden.

 

Jeminda Hospital

Das Jeminda Hospital ist ein sehr kleines Hospital in Nairobi. Es besteht aus einem ambulanten Versorgungszentrum, einigen wenigen Betten zur stationären Behandlung und einem Kreißsaal. Ein Ultraschallgerät, ein gut ausgestattetes Labor und eine gut ausgestattete Apotheke sind vorhanden.

Es wurden bereits zweimal zweitägige sogenannte medical camps organisiert, das sind kostenlose Frauengesundheitssprechstunden. Hier lag der Schwerpunkt auf Schwangerschaftsvorsorge und Krebsvorsorge. Beides muss sonst von den Patientinnen bezahlt werden, was für arme Menschen unerschwinglich ist.
Während der Camps wird parallel dazu das kenianische Personal weitergebildet und es wird eine finanzielle Hilfe für die Ausstattung mit medizinischen Geräten geleistet.

Während des ersten Camps wurden 774 Patienten untersucht, davon 212 Ultraschalluntersuchungen und 76 Krebsvorsorgen durchgeführt.

Wegen der COVID -19-Pandemie 2020 mussten die medical camps abgesagt werden. Sobald es wieder möglich sein wird, werden diese fortgesetzt. In dieser schwierigen Zeit, wurden dafür Schutzmaßnahmen gegen die Epidemie und eine Krankenschwester-Stelle im Jeminda Hospital finanziert.

 

Imela Medical Center

Das Imela Medical Center wurde von Florence Kioko im Mai 2019 eröffnet. Es besteht aus einer sehr gut ausgestatteten Apotheke und zwei kleinen Untersuchungs- und Behandlungsräumen. Der Schwerpunkt liegt auf Allgemeinmedizin.

Der Verein unterstützt Florence Kioko im Aufbau des Medical Center

und der Erweiterung ihres Behandlungsangebots um Frauenheilkunde. Das Angebot wurde ihr im Rahmen eines medical camps gemacht. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf Schwangerschafts- und Krebsvorsorge.

 

Während des ersten Camps im Oktober 2019 wurden knapp 400 Patienten:Innen kostenlos betreut, der Schwerpunkt lag diesmal bei der Krebsvorsorge. Die Möglichkeit wurde von den Frauen aus Kayole sehr gerne angenommen.

Während der Pandemie hat der Verein für den Medical Center die Wasserversorgung und ein kinderärztliches Sprechzimmer eingerichtet. Ebenfalls wurde mit der Ausstattung eines Labors begonnen.

Ohne die rege Unterstützung vieler Bürger aus Nidderau würde das Engagement in der Form, in der es stattfindet, nicht geleistet werden können.

Informationen über die Projekte und die Möglichkeiten den Verein zu unterstützen finden sie auf der Website von social-bag.com e. V.