Nidderau auf dem Weg zur Fair Trade Town

Das Siegel FAIR-Trade verbindet Produzenten und Verbraucher und unterstützt Kleinbauern und Plantagenarbeiter im Globalen Süden. 80 Prozent des Kaffees wird von 25 Millionen Kleinbauernfamilien produziert, die weniger als 10 Hektar Land besitzen. Viele leben von weniger als 2 Dollar pro Tag, oft in abgelegenen Gegenden und sind mit vielfältigen Problemen konfrontiert. Fair-Trade ist ein ganzheitliches Konzept, das Kleinbauernfamilien hilft, sich aus dieser Spirale zu befreien. Vor allem Kaffee, Kakao und Zucker werden aus diesen Ländern nach Europa und Deutschland importiert. Nachhaltiger Konsum und faire Handelsbedingungen sollen durch die Kampagne verstärkt Einzug in das Nidderauer Konsumverhalten erhalten. Um Fair Trade Town zu werden ist ein Ratsbeschluss erforderlich, dieser wurde durch die Stadtverordnetenversammlung im Juni 2017 gefasst. Der zweite Schritt ist die Bildung einer Steuerungsgruppe, die den Prozess koordinieren, begleiten und voranbringen soll. Die Steuerungsgruppe besteht – wie von der Kampagne gefordert – aus Personen der Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. Am 31.01.2018 hat sich die Nidderauer Fair Trade Steuerungsgruppe konstituiert. Der zuständige Dezernent und Erster Stadtrat Rainer Vogel ist begeistert: „Die Steuerungsgruppe Fair Trade Nidderau ist mit 14 Personen aus allen drei geforderten Bereichen sehr gut besetzt.” Mit der Bildung der Steuerungsgruppe kann nun auch die offizielle Bewerbung um ein Fair-Trade-Siegel starten. Die nächsten Schritte sind schon in der Vorbereitung. Zuerst müssen für eine Kommune von der Größe Nidderaus mindestens vier Geschäfte und zwei Gastronomiebetriebe gefunden werden, die mindestens 2 Produkte aus fairem Handel anbieten. Auch die öffentlichen Einrichtungen wie Rathaus, Schulen, Vereine und Kirchen sollen überzeugt werden faire Produkte zu verwenden. „Dieses Ziel ist in Nidderau für den kirchlichen Bereich schon seit zwanzig Jahren umgesetzt“, erklärt Stephan Lasch von der Ökumenischen Eine Welt Gruppe, „Wir legen schon seit Jahrzehnten großen Wert darauf, Produkte aus fairem Handel zu konsumieren, zu bewerben und zu verkaufen“. Dem schließt sich das One World Team der EMK an, „Wir leisten schon lange und immer erfolgreicher Überzeugungsarbeit mit unserem Laden in der Ostheimer Straße, doch der Kreis der Überzeugungstäter muss noch erweitert werden“. Gabriele Brücker von der Bäckerei Brückner, sowie Silke Vogel vom Hof Buchwald berichteten beide, dass sie teils sogar persönliche Kontakte zu den Herstellern ihrer fair gehandelten Produkte haben. „Es ist uns sehr wichtig persönlich zu erfahren, dass der faire Handel tatsächlich funktioniert, schließlich ist der Einkaufspreis sowie der Verkaufspreis des Produktes meistens ein bisschen kostenintensiver.“ Auch die Bertha-von-Suttner-Schule wurde durch zwei Lehrerinnen repräsentiert, die Schüleraktionen zum fairen Handel umzusetzen wollen. Der Markt-Manager des REWE Marktes Nidderau berichtete, dass die REWE Group schon ein umfangreiches Sortiment an Fair Trade Produkten anbietet, welches die Kunden auch gerne annehmen. Die Steuerungsgruppe informiert die Öffentlichkeit über ihre Aktivitäten in Nidderau auf dem Weg zur Fair Trade-Town. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen die Kampagne zu unterstützen. Heide Fink von der Steuerungsgruppe fasste noch mal abschließend zusammen: „Es ist ein langfristig angelegter Prozess über viele Jahre, die Arbeit wird auch mal zäh werden und es wird Rückschläge geben, aber das Ziel für alle Nidderauer ein „faireres“ Konsumverhalten anzustreben, muss uns allen die Anstrengung wert sein.“

Bildunterschrift (Von links nach rechts):

Katja Adams (Fachbereich Umwelt, Abfall und ÖPNV), Silke Vogel (Hof Buchwald), Stephan Lasch (Ökumenische Eine Welt-Gruppe Nidderau), Karin Limberger (EMK-One-World-Ladenteam), Gerhard Limberger (EMK-One-World-Ladenteam), Otto Löber (Zivilgesellschaft), Gabriele Brückner (Bäckerei-Konditorei Brückner), Frau Stübing (REWE Group), Heide Fink (Zivilgesellschaft), Herr Stübing (Markt Manager REWE Nidderau), Erster Stadtrat Rainer Vogel (Bereich Politik), Harry Bischoff (Zivilgesellschaft). Nicht auf dem Bild: Thorsten Philippi (Bäckerei Philippi) sowie Susanne Falk (Bertha-von-Suttner-Schule).