Neue Nidderhalle in Eichen mit Festakt eingeweiht

Genau 46 Jahre nach Unterzeichnung des Eingliederungsvertrags mit Eichen und dem darin verankerten Passus, dass dieser Stadtteil ein Bürgerhaus bekommt, wurde mit der neuen Nidderhalle das Versprechen nun eingelöst, blickte Bürgermeister Gerhard Schultheiß bei der feierlichen Einweihung weit in die Vergangenheit zurück. Lange habe es gedauert, bis nach Widerständen auch in Teilen der Bevölkerung letztlich sich die Kräfte im Arbeitskreis Dorfentwicklung und in der Vereinsgemeinschaft durchgesetzt hätten, die sich mit viel Empathie für den Bau eingesetzt haben. Mit dem nun vollendeten Anbau an die bestehende Sporthalle des Kreises und deren Aufwertung stehe den Eicher Bürgern jetzt ein Veranstaltungsort zur Verfügung, der allen Ansprüchen an solch eine Einrichtung gerecht werde. Rückblickend auf die Querelen im Stadtteil wünschte sich der Rathauschef, es möge nun die „Stimme der Vernunft in die Nidderhalle einziehen“.

Die Multifunktionale Kultur- und Begegnungsstätte „Nidderhalle“ besteht aus einem gemeinsamen Foyer mit Theke mit Zugängen in die Sporthalle, in den teilbaren großen Saal mit 200 Quadratmetern Fläche, in ein Besprechungszimmer, in die Küche mit Nebenräumen und in die sanitären Einrichtung. Investiert wurden 1,655 Millionen Euro für den Bau und weitere 385 000 Euro für die Außenanlagen mit Bolzplatz, Parkplätzen, behindertengerechter Eingangsbereich, Boulebahn, drei Fitnessgeräte für alle Altersklassen sowie Sitzblöcke zum Neuwiesengraben hin. Zuschüsse hat die Stadt vom Land in Höhe von 240 000 Euro für das Bürgerhaus und weitere 39 500 Euro für die Freiflächen bekommen. „Mit weiteren Verbesserungen im Rahmen der Dorfentwicklung wurden in Eichen in den vergangenen Jahren rund 2,8 Millionen Euro investiert“, rechnete Schultheiß vor, der Stadtteil sei nun bestens aufgestellt.

Landrat Thorsten Stolz meinte, sein dreijähriger Sohn würde zur Nidderhalle sagen „Papa, da kann man nicht meckern“, das könne er nur unterstreichen. In diesen lichtdurchfluteten Räumlichkeiten werde in Zukunft „das Herz von Eichen schlagen“, ist sich der Kreischef sicher. Allerdings seien die Bürger jetzt gefordert, auch das neue Haus mit Leben zu erfüllen. Ortsvorsteher Sam Pfeifer lobte die „tolle Raumgestaltung und Atmosphäre“, die die Besucher der Einweihungsfeier im bis auf den letzten Platz gefüllten großen Saal schon erleben konnten. Die Nidderhalle könne sich nun zum neuen „Anlaufpunkt und zum Zufluchtsort“ entwickeln. „Die Menschen sollen bei allen unterschiedlichen Meinungen und kontroversen Diskussionen in diesem Haus friedlich miteinander umgehen“, wünschte sich Pfarrerin Stephanie Stracke, die forderte, beim „Neuanfang die Nidderhalle mit positiver Energie zu füllen.“

Gabriele Roß, Sprecherin der Vereinsgemeinschaft Eichen, gab zu, dass wegen Meinungsverschiedenheiten wegen der Planung der Halle dieses Organ fast zerbrochen sei, nun aber wieder nahezu alle Vereine des Stadtteils zurückgefunden hätten. „In der neuen Heimat können wie durch neue Aktivitäten den begonnenen Neuanfang fortsetzen“, sieht Roß gute Chancen für ein weiteres Aufeinanderzugehen der Bürger in Eichen. Für Planer Andreas Schmitt vom Büro BLFP war die unmittelbare Nähe zu den Nidderauen eine „Inspiration für einen ganz besonderen Baukörper“ mit dem Foyer als „Gelenk zwischen Bestand Sporthalle und Neubau Bürgerhaus“. Die Orientierung Richtung Landschaft durch großflächige Verglasung sei ein Stilmittel, um die „Vitalisation der neuen Mitte von Eichen“ zu unterstreichen. „Leichtigkeit und Transparenz“ mache den Neubau aus, dementsprechend habe sich die Außengestaltung dieser Prämisse untergeordnet, Innen und Außen sollen zusammenwachsen, betonte Uschi Gräbener vom Büro Wernecke.

Die Reden und Grußworte wurden aufgelockert von musikalischen Darbietungen des Frauenchors Miss Harmonie, dem Männerchor der Concordia Eichen und dem Sinfonischen Blasorchester SiBo, ehe die zahlreichen Besucher sich in aller Ruhe die neuen und alten, aufgewerteten Räumlichkeiten anschauen konnten. Bei Schnittchen und Getränken ergaben sich viele Gespräche, die immer wieder darum kreisten, wie die Nidderhalle nun mit Leben gefüllt werden kann. Ideen und konkrete Ansätze gibt es aber schon reichlich.

 

Bildunterschrift:

Bürgermeister Gerhard Schultheiß und Gabriele Roß, Vertreterin der Vereinsgemeinschaft Eichen, bei der symbolischen Schlüsselübergabe