Die Folgen des Klimawandels machen sich immer deutlicher auch in unserer Region bemerkbar. Die Sommer sind trocken und heiß, die Winter fallen oft zu mild aus. Auch unsere Gärten leiden unter den Wetter-Extremen wie beispielsweise hohe Temperaturen, heftige Regenfälle und starke Stürme. Man muss jedoch nicht tatenlos zusehen, sondern kann selbst gegensteuern: „Mit ein wenig Planung und ein paar kleinen Tricks kann man Gärten klimarobust gestalten. Ganz nebenbei leistet man so einen Beitrag zum Klima- und Artenschutz. Viele Tipps können auch in kleinen Gärten oder auf dem Balkon ganz einfach umgesetzt werden“, erläutert der Erste Beigeordnete des Regionalverbands FrankfurtRheinMain Rouven Kötter (SPD), dessen Abteilung für Klima, Energie und Nachhaltigkeit die Ratschläge für erfolgreiches Gärtnern im Klimawandel zusammengestellt hat.

1. Artenvielfalt im Garten fördern

Vielfalt im Garten bietet nicht nur ein buntes Blüherlebnis, sondern sorgt auch für einen klimarobusten Garten. Eine Mischung aus heimischen, standortangepassten Pflanzenarten ist widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen, Krankheiten und Wetterextremen. Pflanzen, die tief wurzeln, wie beispielsweise Rosen, Sanddorn und Salbei, kommen besonders gut mit Trockenheit zurecht. Wer zusätzlich möglichst strukturreich pflanzt mit Gehölzen und größeren Stauden sowie niedrigen Pflanzen und Bodendeckern, passt seinen Garten optimal an den Klimawandel an.

2. Kompost statt Gartenerde verwenden

Gartenerden bestehen oft aus bis zu 90 Prozent Torf. Torf ist ein organisches Sediment, welches über viele Tausend Jahre in Mooren entsteht. Beim Abbau von Torf werden die Moore zerstört und Unmengen an Treibhausgasen freigesetzt. Besser ist ein eigener Komposthaufen. Bodenlebewesen zersetzen Küchenabfälle und Grünschnitt zu nährstoffreichem Humus. Dieser eignet sich hervorragend als Dünger und hilft dabei, die Bodenqualität in Ihrem Garten zu verbessern. Sie haben keinen Platz für einen Komposthaufen? Eine platzsparende Wurmkiste ermöglicht eine Kompostierung von Bioabfällen mit Hilfe von Regenwürmern sogar in den eigenen vier Wänden. Wem das alles nicht zusagt, der sollte beim Kauf von Erde auf torffreie Bio-Gartenerde zurückgreifen.

3. Insektenfreundliche Pflanzen wählen

Ohne Bienen und andere Insekten gäbe es kein Obst, kein Gemüse und keine Blumen. Mit der richtigen Auswahl an Pflanzen können Sie Ihren Garten in ein wahres Paradies für die nützlichen Insekten verwandeln. In einem Beet mit Wildstauden sollte von März bis Oktober immer etwas blühen, um den Bienen ganzjährig Nahrung zu bieten. Auch bunte Wildblumenwiesen können das Nahrungsangebot ergänzen. Wer genug Platz hat, kann Stapel aus Totholz oder Steinen platzieren. Die Hohlräume dienen den Insekten als Unterschlupf und Nistplätze. Auch in Balkonkästen können Sie Wildblumenmischungen aussähen. Küchenkräuter wie beispielsweise Thymian, Salbei und Schnittlauch schmecken nicht nur uns, sondern sind auch eine gute Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten.

4. Gemüse, Obst und Kräuter selbst anbauen

Der Trend, Gemüse, Obst und Kräuter im eigenen Garten zu ziehen, ist bei den meisten Hobbygärtnern längst angekommen. Beim Anbau sollte man auf eine altbewährte Tradition setzen: Die Mischkultur. Wer beispielsweise Kartoffeln neben Dill, Spinat und Knoblauch anbaut, sichert sich viele Vorteile. „Den eigenen Garten fit für den Klimawandel zu machen, ist gar nicht schwer. Orientiert sich die Gestaltung am Vorbild der Natur, bedarf der Garten nur wenig Pflege und muss auch seltener gegossen werden. Eine Mischung aus verschiedenen heimischen Pflanzen ist gut gegen extreme Wetterereignisse gewappnet, sorgt das ganze Jahr über für ein farbenfrohes Gartenbild und bietet Lebensraum für Vögel und Insekten. Und auch ein üppig bepflanzter Balkon kann dazu beitragen, die sommerlich-heißen Temperaturen ein wenig erträglicher zu machen“, so Rouven Kötter abschließend.