Mit dem Eintrag in das Goldene Buch ehrte die Stadt dieser Tage die Verleihung des Deutschen Filmpreises in der Kategorie Dokumentation und Schnitt an die gebürtige Ostheimerin Janine Dauterich, die in Berlin als freiberufliche Editorin lebt und arbeitet. „Die Arbeit von Janine Dauterich ist herausragend, sie befasst sich intensiv mit den Themen der Filme, für deren Schnitt sie verantwortlich ist, und verleiht ihnen somit ihre ganz spezielle Handschrift“, so Bürgermeister Gerhard Schultheiß in seiner kurzen Laudatio.
Fünf Monate hatte die 41-Jährige zusammen mit Regisseur Christian Berger das etwa 400 Stunden umfassende Rohmaterial gesichtet und daraus die preisgekrönte Dokumentation zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven mit dem Titel „“Beethoven Neunte – Symphonie für die Welt“ geschnitten. „Ich habe zum Glück in der Corona-Krise genug zu tun, habe bei Musikdokus und -videos mitgewirkt und bei einer zweiteiligen Dokumentation über 75 Jahre Kriegsende in Berlin mitgearbeitet“, berichtete Janine Dauterich im Rathaus. Erst seit Anfang August sei es etwas ruhiger geworden.
Die Leidenschaft für Film und Schnitt hat der Pädagoge Hans-Dieter Becker in der Karl-Rehbein-Schülerin entfacht, der seine Schützlinge auch Kurzfilme drehen ließ. „Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich bis zum Abitur in der Film-AG geblieben bin“, erzählte die Wahl-Berlinerin. Allerdings hat sich bei Janine Dauterich der Berufswunsch Regisseurin nach einem Praktikum bei einem Fernsehsender schnell in Richtung Schnitt verschoben, denn „dort hat man zusammen mit dem Regisseur entscheidenden Anteil daran, wie letztlich ein Film aussieht“, betonte sie im Gespräch im Rathaus.
Neben einer fundierten praktischen Ausbildung in verschiedenen Bereichen hat Dauterich vor zehn Jahren ein Montage-Studium an der Hochschule für Film- und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg absolviert und gibt als Gastdozentin inzwischen ihr Wissen in Workshops und Seminaren an Studenten weiter. „Bei einem Festival hatte ich dann die Ehre, einen Workshop zusammen mit dem berühmten, aber leider vor drei Jahren verstorbenen Kameramann Michael Ballhaus abzuhalten“, berichtete die 41-Jährige.
Aufgewachsen ist sie in einer künstlerisch interessierten Familie und oft von ihren Eltern zu Premieren ihrer Tante, dem preisgekrönten Musicalstar Katharine Mehrling, mitgenommen worden. Ihr Hobby Ballett und die Musikkneipe „Tenne“ ihrer Großeltern haben zudem ihre Liebe für Musik und Tanz begründet. Deshalb ist die Bandbreite ihres Schaffen auch heute so groß, denn Janine Dauterich fühlt sich in den Genres Kunst-, Musik-, Tanz- und Spielfilm genauso wohl wie bei Dokumentationen oder Fernsehbeiträgen. Im kommenden Jahr, freute sie sich, sei sie in die Jury des Hanauer Jugendfilmfestivals „Jung und Abgedreht“ berufen worden.

Bildtext:

Janine Dauterich bei ihrem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt, beobachtet von Bürgermeister Gerhard Schultheiß.