In der Reihe 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, ein Projekt vieler mitwirkender Nidderauer Gruppen und interessierter Bürger findet am 01.10.2021, um 19:00 Uhr im Ev. Gemeindehaus Nidderau-Windecken die nächste Veranstaltung statt. Der Vortrag von Pfarrer Heinz Daume, Evangelischer Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hanau e.V.  beschäftigt sich mit dem Thema: Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945 und der christlich-jüdische Dialog. Ein jüdisches Leben in Deutschland, das konnte man sich weder in Israel (damals Palästina) noch sonst in der weiten jüdischen Diaspora nach 1945 vorstellen. Deutschland war weitgehend „judenfrei“. Die Nazis schienen eines ihrer Ziele erreicht zu haben. Die Verbrechen, die Deutschland vor allem an Jüd*innen verübt und angezettelt hatte, wogen schwer. Die Amerikaner siedelten gestrandete jüdische Holocaustopfer für eine vorübergehende Zeit in sogenannten Displaced-Persons-Camps innerhalb ihrer Besatzungszone an, doch sollten die Bewohner auf einen Aufenthalt in Israel, Amerika oder anderen Ländern vorbereitet werden. Es kam anders. Heinz Daume wird davon berichten und Beispiele erzählen wie sich trotzdem wieder ein aktives jüdisches Leben in Deutschland entwickeln konnte. Einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für ein gelingendes Miteinander stellte der christlich-jüdische Dialog dar, der in den Kirchen wie ein kleines Pflänzchen wuchs. Die amerikanische Besatzung trug entscheidend dazu bei, dass sich Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit bildeten, die in der Begegnung auf vielen Ebenen und im persönlichen Gespräch die einzige Lösung für ein Miteinander und nicht Gegeneinander sahen. Auch dafür gibt es inzwischen eine lebendige Geschichte. Der jüdisch-christliche Dialog hat mit dazu beigetragen, dass das Judentum in Deutschland inzwischen fest in der demokratischen Gesellschaft verankert ist. Das ist kein Grund sich bei zunehmendem Antisemitismus und Rassismus darauf auszuruhen. Es gilt mit allen demokratischen Mitteln diese Kräfte zu unterbinden. Unter dem Thema: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland werden weitere Veranstaltungen im Jahr angeboten. Informationen und Programm auf der Homepage der Stadt Nidderau unter www.nidderau.de/Veranstaltungskalender.

Musikalische Vesper zum Laubhüttenfest

Am 02.10.2021, um17:00 Uhr wird in der Ev. Brückenkirche Heldenbergen das „Laubhüttenfest“ in diesem Jahr, anlässlich der 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert. Als Dank für das jüdische Leben in Nidderau wird die musikalische Vesper durch Schüler *innen und Lehre*innen der Bertha-von-Suttner Kulturschule ausgerichtet. Pfarrer Andrew Klockenhoff und Pfarrerin Simone Heider-Geis werden die Vesper leiten. Elisabeth Kretschmar-Wegner wird die Leitung für den musikalischen Teil übernehmen. „In Erinnerung an den Auszug aus Ägypten, als die Israeliten in provisorischen Behausungen wohnten, wird jedes Jahr zu Sukkot dort, wo sich Platz dafür bietet – im Garten, im Hof, auf dem Parkplatz, Balkon oder Dach – die Sukka (Laubhütte) gebaut, eine mit Ästen, Stroh oder Laub gedeckte Hütte, die unter freiem Himmel stehen muss. In ihr werden, wenn es das Wetter erlaubt, die Mahlzeiten eingenommen“.