„1. Windecker Pfingstwiesn“ bereichert den Pfingstmarkt

Der Traditionsmarkt war in eine kleine Krise geschlittert und die Veranstalter Stadt Nidderau, die Band „Reinheitsgebot“ und beteiligte Vereine möchten mit einem etwas geänderten Programm wieder mehr Publikum anlocken. Deshalb gibt es am Samstagabend die „1. Windecker Pfingstwiesn“ in der Willi-Salzmann-Halle.

Der Windecker Pfingstmarkt, so Bürgermeister Gerhard Schultheiß bei der Vorstellung des Programms, litt unter der „Sättigung mit Alternativveranstaltungen.“ Das war auch der Nidderauerin Alexandra Schneider aufgefallen. Sie hatte sich darüber geärgert, dass bereits der Freitag mangels Interesse aus dem Festprogramm gestrichen worden ist. Alexandra Schneider spielt Klarinette in der Band „Reinheitsgebot“, eine Combo aus Berufs- und Hobbymusikern, die es seit 20 Jahren gibt und die als Alleinstellungsmerkmal „Wiesnmusik“ spielen, so Bandleader und Posaunist Karsten Weber. Schneider wandte sich mit ihrer Idee von der „1. Windecker Pfingstwiesn“ an Bürgermeister Schultheiß und stieß dort auf großes Interesse. Und so startet der Windecker Pfingstmarkt in diesem Jahr mit einer etwas anderen Veranstaltung.

Man rechne mit Besuchern aus den Altersgruppen 30 Plus, gerne auch in Dirndl und Krachlederner, denn es gibt eine Prämierung, stellte Bandchef Weber fest. Die Besucher werden am Einlass kontrolliert, wer unter 18 Jahren ist, wird abgewiesen, kündigte der Profimusiker an. Die Abendkasse soll schon recht frühzeitig geschlossen werden und um den Charakter einer „Wiesn“ zu wahren, wird es auch ein festes Ende der Musik um 24 Uhr geben. Die neunköpfige Band beherrscht nach Aussage von Alexandra Schneider das gesamte Repertoire an Stimmungsmusik, hat aber auch Oldies, Schlager, Neue Deutsche Well oder Rocksongs auf Lager.

Das Getränke- und Essensangebot – die Band managt das Catering selbst – orientiert sich bei der „1. Windecker Pfingstwiesn“ an bayrischen Spezialitäten wie Fassbier, Hefeweizen, 10-Liter-Fäßchen am Tisch zum selber zapfen bei Vorbestellung, frisch gebackene Brezeln, Radi, Brotzeitplatte, Fleischkäse, Weißwurst sowie Äppelwoi und Handkäs für „eingefleischte Hessen“. Die Preise seien volkstümlich kalkuliert, der Eintritt kostet acht Euro im Vorverkauf (pfingstwiesn@diemusik.de und im Bürgerbüro) und zehn Euro an der Abendkasse.

„Der Pfingstmarkt ist kein Selbstläufer mehr, deshalb tut frischer Wind einmal gut. Zumal sich weder die Vereinsgemeinschaft noch einzelne Vereine inzwischen imstande sehen, das Risiko einer Hallenveranstaltung einzugehen“, betonte Rathauschef Gerhard Schultheiß.

Am Konzept des eigentlichen Krammarkts, der seit 15 Jahren von den Marktmeistern Gerd Bauscher und Karl-Heinz Schmalz sowie Beate Weisbecker von der Stadtverwaltung gemanagt wird, ändert sich nichts. In diesem Jahr werden erstmal bei der offiziellen Eröffnung drei Beschicker geehrt, die seit 25 Jahren den Pfingstmarkt besuchen und sich in all diesen Jahren eine treue Stammkundschaft geschaffen haben. „Bislang sind 55 Anmeldungen für den zweitägigen Markt eingegangen, die Erfahrung zeigt aber, dass selbst am ersten Markttag noch Beschicker nach Windecken kommen“, so Bauscher. Bis zu 100 Stände können auf dem historischen Marktplatz, der Friedrich-Ebert-Straße und der Heldenberger Straße untergebracht werden. „Am Anfang sind noch alle gute Freunde, wenn es dann um die Zuteilung der Plätze geht, dann kann es schon mal etwas lauter werden“, berichtet Karl-Heinz Schmalz. Allerdings haben die gestandenen Männer, beide ehemalige Vereinsvorsitzende, so viel Menschenkenntnis, dass sich die Unstimmigkeiten schnell in Luft auflösen.

Am zweiten und dritten Pfingstmarktag werden parallel zum Krammarkt in der Willi-Salzmann-Halle wieder von Vereinen Kaffee und Kuchen sowie ein Frühschoppen angeboten, diese Tradition konnte man aufrechterhalten, was Bürgermeister Gerhard Schultheiß freut. Zudem erwähnte der Rathauschef, dass sich der Windecker Pfingstmarkt in der Regel finanziell selbst trägt, weil durch die Krammarktbeschicker Einnahmen in die Kasse gespült werden. „Wenn das Wetter mitspielt, können wir wieder mit Tausenden von Besuchern in Windecken rechnen“, hofft der Rathauschef auf ein Einsehen von Petrus.

Das Programm des Windecker Pfingstmarkts:

Samstag, 19. Mai: Vergnügungspark hinter der Willi-Salzmann-Halle (14 bis 20 Uhr), Pfingstübung der Freiwilligen Feuerwehr Windecken und des DRK in der Altstadt (ab 15 Uhr), „1. Windecker Pfingstwiesn“ mit der Band „Reinheitsgebot“ und bayrischen Schmankerln (ab 19 Uhr in der Willi-Salzmann-Halle).

Sonntag, 20. Mai: Vergnügungspark (11 bis 20 Uhr), Krammarkt vom Marktplatz bis zur Willi-Salzmann-Halle (11 bis 19 Uhr), Kaffee und Kuchen mit musikalischer Unterhaltung in der Halle (ab 12 Uhr).

Montag, 21. Mai: Vergnügungspark (11 bis 20 Uhr), Krammarkt (11 bis 19 Uhr), Frühschoppen, Kaffee und Kuchen mit dem Blasorchester Nidderau in der Halle (ab 11 Uhr). Das Heimatmuseum in der Hospitalstraße lädt am Pfingstmontag zu Kaffee und Kuchen ein.

Dienstag, 22. Mai: Familientag im Vergnügungspark mit halben Preisen (14 bis 20 Uhr).

 

Bildtext: Von der Kapelle „Reinheitsgebot“ wird beim Pfingstmarkt erstmals die „1. Windecker Pfingstwiesn“ organisiert (von links): Gerd Bauscher und Karl-Heinz Schmalz (die beiden Marktmeister), Carsten Weber und Alexandra Schneider („Reinheitsgebot“), Beate Weisbecker (Stadtverwaltung) und Bürgermeister Gerhard Schultheiß.

 

 

Magistrat der Stadt Nidderau

14.05.2018

 

Gerhard Schultheiß

Bürgermeister