Stadtführung in Windecken

Zu Gast in Windecken

Die ehemalige Residenzstadt am Rande der Wetterau ist immer einen Besuch wert. Ob zu Fuß oder mit dem Rad, ob drei Kilometer oder 20 Kilometer zurückgelegt werden sollen, ob man sich nur einmal in der Altstadt umsehen will oder ob man bei schlechtem Wetter einen Besuch im Heimatmuseum oder die Besichtigung einer Kirche plant; ob man die deutsche Küche bevorzugt oder ob man spanisch, jugoslawisch, griechisch, italienisch oder türkisch speisen will, in Windecken ist man immer richtig.
Windecken liegt an der Nahtstelle zwischen der Wetterau und der Hanau-Seligenstädter Senke. Seine Umgebung ist gekennzeichnet durch die Nidder, die sich durch weite Auen schlängelt, durch fruchtbare Felder im Westen, durch den Ohlenberg im Norden, durch den Stadtwald im Nordosten und im Süden durch die letzten Ausläufer des Ronneburger Hügellandes mit der Hohe Straße
In der Gemarkung von Windecken gibt es nicht nur den Regionalpark „Hohe Straße“ und ein dichtes Wegenetz durch die abwechselungsreiche Landschaft, sondern hier begegnen sich auch zwei überregionale Fernwanderwege: die 180 km lange Bonifatius-Route, die von Mainz nach Fulda führt, und die hessische Apfelwein- und Obstwiesenroute, die durch mehrere mittelhessische Landkreise mit größeren Obstanbaugebieten geht. Die Wege erschließen nicht nur die einmalig schöne Landschaft, sondern es werden - insbesondere bei geführten Wanderungen - auch Erinnerungen an geschichtliche Ereignisse wachgerufen.
So nimmt die Zahl begeisterter Wanderfreunde ständig zu. Egal, ob man befestigte oder unbefestigte Wanderwege sucht, oder ob man mit dem Rad fahren möchte, in der Umgebung von Windecken findet man alles.
Und wer nicht auf eigene Faust die Stadt und seine Umgebung erkunden will, der kann sich führen lassen in einem Städtchen mit 60 Gebäuden, die unter Schutz stehen, oder in einer landschaftlich abwechselungsreichen Umgebung mit einer Vielzahl verschiedener Vegetationsformen am Wasser, auf den Wiesen und im Wald.
Und auch für Rollstuhlfahrer gibt es zahlreiche lohnende Ziele.
Windecken ist gut und bequem mit Bahn oder Bus erreichbar. Gäste, die mit dem Auto nach Windecken kommen, finden große Parkplätze an der Willi-Salzmann-Halle, und wer abends nicht wieder zurück laufen möchte, den bringt die Bahn oder der Bus wieder zum Ausgangspunkt seines Ausfluges.

Weitere Informationen : www.heimatfreunde-windecken.de

 

Die einzelnen Ziele

Die evangelische Stiftskirche

Wer nach Windecken kommt, sieht schon von weitem den charakteristischen, 58 Meter hohen Turm der evangelischen Stiftskirche, die 1282 erstmals urkundlich erwähnt wird. Sie ist eine der schönsten Kirchen weit und breit, so dass sich der Besuch lohnt. Bei den Führungen besteht die Möglichkeit, den Dachstuhl zu begehen und das Hängesprengwerk zu bewundern, an dem seit über 700 Jahren das Gebälk über dem Mittelschiff hängt. Auch kann der Turm bestiegen und das beeindruckende Geläut besichtigt werden. Die Kirche ist außerhalb der Gottesdienstzeiten immer donnerstags sowie am ersten Sonntag im Monat jeweils zwischen 15:00 Uhr und 17:00 Uhr geöffnet.

 

Das städtische Museum im Hospital

Das Museum wird von den Heimatfreunden Windecken 1910 e.V. betreut. Im Obergeschoss findet der Besucher eine Dauerausstellung, die als historischer Rundgang durch die Jahrhunderte konzipiert ist. Beginnend mit der römischen Zeit werden Fundstücke und Gebrauchsgegenstände aus Windecken und seiner näheren Umgebung gezeigt.
Das Erdgeschoss ist für Wechselausstellungen gedacht, die mehrmals im Jahr neu gestaltet werden und Bezug nehmen auf besondere jahreszeitliche oder geschichtliche Ereignisse. Das Museum und das Museumscafe sind zum Pfingstmarkt und zum Herbstmarkt sowie jeweils am ersten Sonntag in den anderen Monaten zwischen 14:00 Uhr und 18:00 Uhr geöffnet.

 

Die Altstadt

Der eilige Besucher, der sich schon am Kirchplatz und auf dem Marktplatz umgesehen hat, läuft am Hexenturm vorbei hoch zum Schloss und von hier zum Lämmchen, dem alten Amtshof. und macht dann einen Abstecher in das Judenviertel.

Wer sich mehr Zeit nimmt, geht auch in die westliche Altstadt. Hier gibt es nicht nur die schönsten Fachwerkhäuser, sondern hier findet man auch die alte Schule, das ehemalige lutherische Pfarrhaus, das Du Fay'sche Hofhaus und das Leisler'sche Anwesen. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich der älteste jüdische Friedhof der Grafschaft Hanau und unweit des so genannten Malerwinkels steht das Geburtshaus von Martin Lindt, der später nach Nidau im Kanton Bern auswanderte und dessen Enkel Rudolf 1879 die Conche zur Herstellung der weltberühmten Schweizer Milchschokolade erfand.