Ansichten aus der Stadt Nidderau.

 




Stolpersteine - Das Projekt in Nidderau.


Aktuelles

Abschluss Projekt Stolpersteine
80 Quader der Erinnerung

Mit der Verlegung von 13 kleinen Quadern an acht Stellen in Heldenbergen hat das Projekt Stolpersteine in Nidderau am 30. Mai 2011 einen Abschluss gefunden. Die Pflastersteine aus Messing, auf denen Namen, Geburts- und Sterbedatum eingraviert sind, erinnern an jüdische Familien, die vom Nazi-Regime deportiert, gefoltert und ermordet wurden. In vier Aktionen wurden vom Kölner Künstler Gunter Demnig seit September 2008 insgesamt 80 Stolpersteine in den Stadtteilen Heldenbergen, Windecken und Ostheim in die Gehsteige vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der ehemaligen jüdischen Mitbürger eingebracht. Die Kosten von 95 Euro pro Stein haben Paten aus Nidderau übernommen. Auch beim letzten Akt der Erinnerung war es Demnig persönlich, der die Steine im Boden einmauerte, unterstützt von Schülern der Bertha-von-Suttner-Schule und im Beisein des Frankfurter Rabbiners Andrew Steimann. In Windecken, Ostheim und Heldenbergen hat es jeweils etablierte jüdische Gemeinden gegeben, erläutert Ralf Grünke vom Nidderauer Koordinationskreis Stolpersteine. In Erbstadt und Eichen habe man dagegen trotz intensiver Recherchen keine jüdischen Opfer der Vertreibung durch die Nationalsozialisten ausmachen können. In den vier Jahren, in denen das Projekt umgesetzt worden ist, habe man ausgesprochen positive Rückmeldungen seitens der Bevölkerung erfahren, so Grünke, was auch ein Verdienst von Bürgermeister Gerhard Schultheiß sei, der die Aktion uneingeschränkt unterstützt habe.



Zur Übersicht der Verlegestellen

Projekt

Der Kölner Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort etwa 10 mal 10 cm große Pflastersteine mit Gedenktafeln ("Stolpersteine") aus Messing in den Gehweg einlässt. Zwischen 1993 und Ende September 2007 hat Demnig 12.500 Stolpersteine in 277 Ortschaften in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Österreich und Ungarn verlegt. "Ein Stein, ein Name, ein Mensch" lautet dabei das Kredo Demnigs - jedes Opfer erhält einen eigenen Stein. "Stolpern" sollen übrigens (nur) das Auge und der Sinn des Betrachters. Die Steine werden ebenerdig verlegt.

Gunter Demnig wurde für sein Projekt im Oktober 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Nähere Informationen über das Projekt Stolpersteine im Allgemeinen finden sich im Internet auf der Seite des Künstlers: www.stolpersteine.com

Nidderau

Die Stadt Nidderau begrüßte diese Initiative. Im Juni 2007 hat die Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen, das Projekt "Stolpersteine" zu unterstützen.

In Nidderau wird die Initiative durch bürgerschaftliches Engagement getragen. Das erste Koordinationstreffen fand unter Anwesenheit von Bürgermeister Gerhard Schultheiß am 9. November 2007 im Anschluss an den jährlichen Schweigegang zum Gedenken an die Opfer an die Novemberpogrome im Hessischen Hof statt. Unter den 36 Besuchern waren mehrere Pressevertreter sowie als Gastreferent Hartmut Polzer, Sprecher der Initiative "Stolpersteine in Karben" (in Karben wurden die ersten Stolpersteine am 4 . November 2007 verlegt).

Am 4. September 2008 wurden in Nidderau die ersten Stolpersteine verlegt.
Weitere Informationen über die erste Verlegung :

Fotodokumentation 2008 und Presseberichte Teil I und Teil II

Die Bilder der zweiten Verlegung am 20. Oktober 2009, der dritten Verlegung
am 9. September 2010 und der vierten Verlegung am 30. Mai 2011 finden Sie hier:

Fotodokumentation 2009

Fotodokumentation 2010
Fotodokumentation 2011

Für die Identifizierung von zu würdigenden Opfern und möglichen Verlegestellen hat Monica Kingreen ein Konzept vorgelegt, das vorsieht, zunächst die Namen derjenigen jüdischen Menschen zu berücksichtigen, die 1933 in den heutigen Stadtteilen Nidderaus lebten und Opfer des Holocaust wurden. Demnach ergeben sich für Heldenbergen 48 Namen, für Ostheim 15 und für Windecken 17, Erbstadt und Eichen sind nicht betroffen (insgesamt 80).

Dokumentation

Die Initiative "Stolpersteine in Nidderau" strebt an, das Schicksal von Opfern des Nationalsozialismus aus den heutigen Stadtteilen Nidderaus zu dokumentieren. Die Ergebnisse sollen auch hier online verfügbar gemacht werden.

Patenschaften

Die "Stolpersteine" werden durch Spenden finanziert. Beteiligt haben sich in Nidderau Privatpersonen, politische Parteien, die evangelische und katholische Kirche sowie die Stadt Nidderau selbst.

Rundbriefe

- Februar 2008
- März 2008
- April 2008
- Juni 2008
- August 2008
- Dezember 2008


Presse

- Hanauer Anzeiger vom 12.11.2007

- Stadtjournal vom 28.11.2007

- Stadtjournal vom 20.02.2008

Der zweite Verlegtermin von Stolpersteinen fand am Dienstag, den 20. Oktober 2009
im Stadtteil Windecken statt. Lesen Sie hier die Presseberichte über die zweite Verlegung.

Kontakt

Initiative "Stolpersteine in Nidderau"

Dr. phil. Ralf Grünke (Koordinator)

Tel. 0177/4541345





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