Ansichten aus der Stadt Nidderau.

 




Museen

 

Städtisches Museum im Hospital

Hospitalstr. 1
61130 Nidderau-Windecken
Tel: 06187-27597

Öffnungszeiten
Jeden ersten Sonntag im Monat, sowie an den Pfingstfeiertagen und während des Windecker Herbstmarktes, jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr oder nach Vereinbarung. Führungen sind möglich.
Eintritt: Frei

Verwaltung des Städtischen Museums
Heimatfreunde Windecken 1910 e. V.
www.heimatfreunde-windecken.de



Eingang Vorderansicht Hospitalstr. 1

Die Geschichte Nidderaus beginnt mit den Römern im 1.Jahrhundert n.Chr. Aus dem Lagerdorf in Heldenbergen stammen Tongefäße aus örtlicher Produktion, importierte Terra sigillata, gestempelte Baukeramik, Alltagsgegenstände wie Öllämpchen oder Schreibgriffel und eine Hand-Getreidemühle.

„Die Römer in Nidderau“ Funde aus dem 2./3. Jahrhundert

Gegen Ende des 7.Jahrhunderts wird im Windecker Reitergrab ein schwer bewaffneter fränki­scher Krieger bestattet. Anhand originalgetreuer Repliken sind Waffen, ornamentale Einlege­arbeiten, Pferdetrense, Sporn und einer der ältesten in Mitteleuropa gefundenen Steigbügel zu bewundern.

Im Jahre 1288 erhält der Ort unterhalb der Burg Wonnecken, das heutige Windecken, von König Rudolf von Habsburg Stadt- und Marktrechte, und zwar ausdrücklich im gleichen Umfang wie für Frankfurt, wie der Kopie der Urkunde zu entnehmen ist. Die Stadt errichtet 1520 ein repräsen­tatives Rathaus, dessen Architektur in großformatigen Aufrissen dargestellt ist. Das so genannte Ratsgestühl stammt aus späterer Zeit.

Windecker Rathaus von 1520: „Ratsgestühl“ und Truhe

Im Jahr 1262 beginnt Reinhard I. von Hanau mit dem Bau der Burg Wonnecken. In der Folgezeit immer weiter ausgebaut, dient sie den Herren und späteren Grafen von Hanau bis 1436 als Haupt­residenz, danach als Nebenresidenz, Witwensitz und Sitz hanauischer Ämter. Ein Grundriss­plan von 1627 zeigt, dass die Burg schlossartig ausgebaut werden sollte. Sie wird aber im dreißig­jährigen Krieg fast total zerstört. Von der Inneneinrichtung sind nur einige Ofenkacheln erhalten.

Benediktinermönche beten und arbeiten im Kloster Naumburg seit 1035 bis 1558. Eine Ansicht von 1514 zeigt die Gebäude des Klosters. Vom Kloster selbst sind wiederum nur einige Ofen­kacheln übrig geblieben. Die Zeit der Reformation wird durch Bibeln, Gesang- und Gebetbücher aus dem 17. und 18.Jahrhundert lebendig. Hervorzuheben ist eine Prachtausgabe zur zweihundertsten Wiederkehr der Verlesung der Augsburger Konfession. Vom Neubau der Pfarrkirche Heldenbergen 1752 stammen zwei große Sandsteinfiguren der Heiligen Petrus und Paulus.

Reformation  und Gegenreformation: Bibeln und Heiligenfiguren

 

Die Synagoge der jüdischen Gemeinde von Windecken wird 1429 urkundlich genannt, soll aber eine der ältesten in Deutschland gewesen sein. 1938 vollständig zerstört, haben wir nur eine rekonstruierte Ansicht des Gebäudes. Aus der Heldenberger Synagoge stammt die Thorarolle sowie Thoramantel und -wimpel.


Die Revolutionsfahne der Windecker Bürger von 1848 sowie verschiedene Militaria (Helme, Embleme, Waffen) geben Hinweise auf die politischen Umwälzungen im 19.Jahrhundert.

Rund 400 Kirchenglocken hat die Glockengießerei Bach von ca.1750 bis 1891 in Windecken gegossen. Eine kleine Ausschellglocke erinnert daran.

Bevorraten, kochen und braten, essen und trinken: Tongefäße zur Verwendung in Küche und Keller waren in Haushalten des 19. und frühen 20.Jahrhunderts unverzichtbar. Irdenware und salzglasiertes Steinzeug stammen aus Schenkungen von Nidderauer Familien.

Gegenstände und Dokumente zu den beiden Weltkriegen und zur Zwischenkriegszeit bieten Streiflichter auf die dramatische Geschichte des 20.Jahrhunderts.

Abschließend können historische Fotografien Nidderau einst und jetzt miteinander verglichen werden.

 

Erstellt von dem Kurator des Museums „Hospital“, Herrn Dr. Friedrich Petter, Nidderau


 

 

 


Ostheimer Dorfmuseum

Limesstr. 12
61130 Nidderau-Ostheim

Öffnungszeiten
nach telefonischer Vereinbarung mit dem Heimat- und Geschichtsverein Ostheim e. V.,
Heinrich Pieh, Tel. 3743
Eintritt: Frei

Verwaltung des Ostheimer Dorfmuseums
Heimat- und Geschichtsverein Ostheim e. V.
Erster Vorsitzender: Heinrich Pieh, Tel. 3743

Der 1987 gegründete Heimat- und Geschichtsverein Ostheim e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Zeugnisse vergangener Dorfkultur vor dem Vergessen zu bewahren. Aus diesem Grund wurde im September 1987 in einem Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Weider-Hofes in Nidderau-Ostheim ein Dorfmuseum mit Geräten aus Landwirtschaft, Handwerk und bäuerlicher Hauswirtschaft eingerichtet.
Ein ehemaliger Getreideboden dient als Ausstellungsraum für die Präsentation der ortsansässigen Dorfhandwerke: Bäcker, Schmied, Wagner, Schreiner, Schuster und Sattler. Daneben sind eine bäuerliche Küche mit sämtlichen Arbeitsgeräten und eine Schlafkammer ausgestellt.


Archäologische Schausammlung im Altarchiv Mittelburg

Mittelburg 10
61130 Nidderau
Tel.: 0 61 87 / 26 0 28
Öffnungszeiten:
Jeden dritten Sonntag im Monat ab Mai 2012, jeweils von 15 bis 17 Uhr und
nach telefonischer Vereinbarung mit dem VVFN e.V.
Eintritt: frei
Verwaltung der archäologischen Schausammlung:
Verein für Vor- und Frühgeschichte im unteren Niddertal e.V.
www.vvfnev.mx35.de
Erste Vorsitzende: Dr. Heike Lasch, Tel. 0 61 87 / 20 15 83

Die alte Schule in Nidderau-Heldenbergen, das „Archiv“ wie sie derzeit genannt wird, beherbergt einen „Schatz“, den es zu entdecken gilt, die archäologische Sammlung des Vereins für Vor- und Frühgeschichte im unteren Niddertal e.V. Der 1988 gegründete Verein widmet sich, in enger Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden und den Kommunen, der Erforschung und Rettung archäologischer Funde im westlichen Main-Kinzig-Kreis. Die Sammlung beinhaltet Fundstücke vom Neolithikum bis zur Neuzeit, einschließlich der Dokumentation entsprechender Ausgrabungen. Zahlreiche Keramik- und Steingerätefunde der jungsteinzeitlichen so genannten Bandkeramik aus den fünf Ortsteilen der Stadt Nidderau sowie aus den Gemeinden Niederdorfelden und Schöneck, dabei die bisher älteste Dorfsiedlung des Main-Kinzig-Kreises in Nidderau-Ostheim (5.300 v. Chr.), dominieren die Sammlung. Sie beinhaltet unter anderem Tongefäße, zum Teil mit aufwendigen Bandverzierungen sowie Steinwerkzeuge und –waffen wie Beile und Pfeilspitzen. Auch sind Hinterlassenschaften aus frühkeltischen Gräbern und Siedlungsspuren, wie Urnen und Schalen, aber auch Metallfunde und eine einzigartige Gussform vorhanden. Funde aus der Römerzeit, wie Terra Sigillata, Amphoren und Münzen und dem frühen Mittelalter, darunter ein Schwertfund und Hufeisen werden hier ebenso wissenschaftlich betreut wie barockzeitliche Ofenkacheln und Keramik des 19. Jahrhunderts, zum Teil bemalt und mit Jahreszahl versehen.
In den beiden Räumen des Erdgeschosses befindet sich eine Schausammlung, welche einen Teil der Funde mit entsprechenden Erläuterungen zugänglich macht.
Im ersten Obergeschoss, in dem sich die Arbeitsräume des VVFN e.V. befinden, steht den Besuchern in Kürze eine Fachbibliothek zur Verfügung. Außerdem werden hier die Inventare zweier Schwertträgergräber aus der älteren Eisenzeit vom Neubaugebiet Allee Süd IV gezeigt.

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