Aktivitäten rund um das Thema „Historische Grenzsteine“

 

Die Stadt Nidderau unterstützt alle Bemühungen, Informationen über alte Grenzsteine in ihren Wäldern zu vermitteln. Erst das Wissen um die geschichtlichen Hintergründe macht aus oft unbeachteten Steinen am Wegesrand Zeugen der Lokalgeschichte.

Ein Weg dazu sind die Grenzsteinwanderungen einiger Vereine, die unter der Führung des Obmannes für historische Grenzsteine in Nidderau, Günter Vollbrecht, schon stattgefunden haben. In alten Zeiten waren solche Gänge um die Gemeindegrenzen unter Beteiligung gerade auch der Jugend gang und gäbe. Die Standorte der Steine sollten sich einprägen und an die nächste Generation weitergegeben werden. Das Gedächtnis der Bevölkerung war der Ersatz für die noch nicht vorhandenen Flurkarten. Auch der Zustand der Steine wurde dabei geprüft. Fehlende Steine wurden anschließend ersetzt.

Die heutigen Grenzgänge knüpfen an diese Tradition an. Sie sind ein Beitrag, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Das Wissen um die Bedeutung der Kleindenkmale kann auch die Bereitschaft fördern, sich für das Bewahren der alten Grenzsteine zu engagieren.

 

2012

Nur wenige alte Grenzsteine blieben im freien Feld über Jahrhunderte bis heute er­halten. Ganz generell sind dort die meisten jener steinernen Zeitzeugen den vielfachen Flurbereinigungen oder auch den immer größer werdenden landwirtschaftlichen Maschinen zum Opfer gefallen. Im Nidderauer Stadtteil Erbstadt hat jedoch an der Grenze zur Gemarkung Bönstadt ein solcher Methusalem diese Gefahren überlebt.

Auf Anregung des Obmanns für historische Grenzsteine Günter Vollbrecht haben nun Helmut Gockert (Vorsitzender) und Ulli Sandmann vom Geschichtsverein Erbstadt Hand angelegt, um dieses seltene Exemplar zu schützen. Der Stein steht an einem Wiesengrundstück und wird jetzt mit einigen Pfählen kenntlich gemacht, um ihn bei Mäharbeiten oder durch Verkehr auf dem Grenzweg nicht in Gefahr zu brin­gen. Der Pächter des städtischen Grundstücks Norbert Bahr aus Erbstadt war damit einverstanden, dass er dadurch einen kleinen Teil der Wiese nicht mehr nutzen kann. Als erklärender Hinweis wurde ferner ein Pfahl mit dem Schild „Historischer Grenz­stein“ gesetzt und mit Mulchmaterial soll der Bewuchs niedrig gehalten werden, um den Stein für Spaziergänger gut sichtbar zu machen. Sollte dennoch gelegentliches Mähen notwendig sein, so wird das der Nachbar Martin Rupp übernehmen.

Die Markierungen KP für Königreich Preußen und GH für Großherzogtum Hessen sowie die fortlaufende Nummer 614 sind sehr gut erhalten. Neben der Gemarkungs­grenze markiert der Stein auch die Grenze zwischen Main-Kinzig-Kreis und Wetteraukreis. Aus den Markierun­gen wird deutlich, dass dort früher sogar eine Lan­desgrenze verlief. Für die seit 1866 preußi­schen und vorher kurhessischen Erbstäd­ter begann hier damals mit dem Großherzogtum Hessen das „Ausland“.












Von links:  Ulli Sandmann, Martin Rupp, Günter Vollbrecht, Helmut Gockert

2011

Mit Hinweisschildern neben historischen Grenzsteinen will die “Arbeitsgemeinschaft Historische Grenzsteine Nidderau” einen Beitrag zum Erhalt der Kleindenkmale leisten. Deren Gefährdung durch Forstfahrzeuge soll damit gemindert werden. In diesem Jahr steht eine Fortführung der Arbeit an der Grenze des Ostheimer Waldes zu dem Limeshainer Wald auf dem Programm. Hier war man zuletzt an den schlechten Wegeverhältnissen gescheitert. Eine bessere Zufahrtsmöglichkeit zu dem Grenzweg konnte nun ausgemacht werden. Kürzlich wurden von Karl Eder, Michael Rehrauer, Michael Schilling, Bernd Siebel, Georg Warning und Günter Vollbrecht eine Reihe von Vorarbeiten für die eigentliche Setzaktion durchgeführt. Die Stadt Nidderau stellte dazu ein Fahrzeug zur Verfügung. Weitere Mithelfer sind der Arbeitsgemeinschaft sehr willkommen. Günter Vollbrecht, Obmann für historische Grenzsteine im Bereich der Stadt Nidderau, berichtete über die Fachtagung der hessischen Obleute. Inzwischen leisten 72 Frauen und Männer diese ehrenamtliche Arbeit. Insbesondere im Altkreis Hanau des MKK sind jedoch noch einige Lücken vorhanden. Für Interessenten an einer solchen Aufgabe können gerne Kontakte unter Telefon 06187-22157 hergestellt werden.


Von links: Bernd Siebel, Geoerg Warning, Karl Eder,
Michael Rehrauer, Michael Schilling, Dennis Schilling

Januar 2010

Für die Auftaktveranstaltung im neuen Jahr hatte Walter Reul für die Wandergruppe des TV Windecken eine Grenzsteinwanderung eingeplant. Man traf sich am 2. Januar an der Infotafel zu dem im vergangenen Jahr neu eingerichteten „Wanderweg Historische Grenzsteine“ am Bürgerwald Windecken. Dort gab Günter Vollbrecht, Obmann für historische Grenzsteine in Nidderau, zunächst einen Einblick in die Geschichte des Bürgerwaldes und des Eichener Unterwaldes. Entlang des Rundwanderweges blieben zehn Grenzsteine erhalten, die anno 1737 aus Anlass des Übergangs eines Teiles des Markwaldes Windecken und Ostheim auf die Gemeinde Eichen gesetzt worden waren.

Bei drei Grad minus und zwei Zentimeter Neuschnee waren ideale Voraussetzungen für eine Wanderung auf der Suche nach Grenzsteinen gegeben. Alle Steine und auch die an den Steinen 2006 gesetzten Hinweispfähle für Forstfahrzeuge wurden unbeschädigt angetroffen. Die siebenundzwanzig wohltrainierten Wanderinnen und Wanderer des TV Windecken machten dann noch einen Abstecher zur früheren Landesgrenze zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Preußen.

OKTOBER 2009

An zwei Grenzverläufen in den Wäldern der Stadt Nidderau hat die „Arbeitsgemeinschaft historische Grenzsteine Nidderau“ schon beschilderte Hinweispfähle neben alte Grenzstei­ne gesetzt. Damit sollen Forstfahrzeuge zur Aufmerksamkeit angeregt werden.

An der Grenze des Gemeindewaldes Ostheim zu der Hammersbacher Gemarkung Lan­genbergheim wurde ein weiterer Abschnitt begonnen. Die dort erhalten gebliebenen Steine wurden 1844 gesetzt. Sie waren ursprünglich Hoheitsgrenzsteine zwischen dem Großher­zogtum Hessen und dem Kurfürstentum Hessen, das 1866 preußisch wurde. Dort verlief aber auch früher die Grenze zwischen dem Kreis Hanau und dem Kreis Büdingen. Zu­gleich markierten die Steine Gemarkungsgrenzen.

 

An der Aktion waren Karl Eder, Günter Kazmeier, Michael Schilling, Bernd Siebel, Michael Rehrauer und Günter Vollbrecht sowie Hermann Pirkl mit Traktor und Erdbohrer beteiligt.

JUNI / JULI 2009

Alle Aktivitäten in Nidderau rund um das Thema historische Grenzsteine haben das Ziel, der Öffentlich­keit Informationen zu diesem Problemkreis zu vermitteln. Grenzsteinwande­rungen sind ein Element solcher Bemühungen. Etwa 300 Personen konnten bisher bei ge­führten Wanderungen mit der Bedeutung der steinernen Zeugen aus der Vergangenheit vertraut gemacht werden. Ergänzend dazu war aber auch die Idee herangereift, in den Wäldern der Stadt Nidderau einen WANDERWEG HISTORISCHE GRENZSTEINE (pdf-Datei) einzurichten.



Das bürgerschaftliche Engagement der „Heimatfreunde 1910 e.V. Windecken“ und des „Vereins nutzungsberechtigter Bürger e.V. Windecken“ machte nun das Vorhaben möglich. Die Vereine übernahmen die Sachkosten. Vereinsmitglieder setz­ten acht Eichenpfosten mit Wegemarkierungen. Dabei war die ehrenamtliche Mitarbeit von Hermann Pirkl mit Traktor und Erdbohrer sehr hilfreich. Die Stadt Nidderau hatte das Einbetonieren der Stahlstützen für ein hölzernes Rahmengestell übernommen. Angefertigt wurde das Gestell für das Anbringen einer Infotafel von Gerd Brodt aus Ostheim. Auf der Tafel ist die Wege­führung sowie eine Kurzerläuterung der historischen Hintergründe dargestellt.
Am 2. Juli 2009 übergaben die beiden Vereine den „Wanderweg Historische Grenzsteine“ an Bürgermeister Gerhard Schultheiß. Im Altkreis Hanau hat damit Nidderau, die „Stadt mit Geschichte“, den ersten Grenzsteinwanderweg. Im gesamten Main-Kinzig-Kreis gibt es seit einigen Jahren ledig­lich in Bad Orb einen solchen Wanderweg.

Februar 2009

Die „Arbeitsgemeinschaft Historische Grenzsteine Nidderau“ hatte im Jahr 2007 an Grenzsteinen entlang der Grenze zum Wald der Gemeinde Hammersbach beschilderte Hinweispfähle gesetzt. Wie berichtet, sollen damit die Fahrer von großen Transport- und Rückefahrzeugen aufmerksam gemacht werden.

Für den Herbst 2008 war das Fortführen der Aktion an der Grenze des ehemaligen Gemeindewaldes Ostheim zu den Wäldern von Hammersbach (Langenbergheim) und Limes­hain geplant. Etwa 30 Grenzsteine blieben dort auf dem Abschnitt zwischen den Dreimär­kern „Hoher Stein“ und „Knorrhans“ erhalten.

 

Ein am 30. Mai 2008 tobender Sturm brachte auch in Nidderauer Wäldern
erhebliche Schäden. Der Grenzweg war durch einige umgestürzte
starke Buchen unbefahrbar geworden.



Die beiden Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt Nidderau Günther Kollosche und Uwe Bär schufen hier Abhilfe. Dabei kam auch ein Rückefahrzeug zum Einsatz.

Das Wetter, Terminprobleme bei den Helfern und vor allem Lieferschwierigkeiten bei den bestellten Pfählen führten dazu, dass die Aktion auf das Frühjahr 2009 verschoben werden musste.

Bei einem Kontrollgang im Januar wurde leider festgestellt, dass an der Grenze zwischen Bürgerwald Windecken und Eichener Unterwald einer der dort 2006 gesetzten Hinweis­pfähle gestohlen wurde. Für Angaben, die zur Feststellung und Bestrafung des oder der Täter führen wurde eine Belohnung von 100 Euro ausgesetzt.

 

 

16. und 18. Mai 2008

Der Geschichts- und Kulturverein Limes­hain hatte das Thema historische Grenzsteine für einen Vortragsabend gewählt. Der 2. Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Wefers, begrüßte am 16. Mai 2008 als Referenten Günter Vollbrecht, Obmann für historische Grenzsteine in Nidderau und das Vereinsmitglied Ernst Gaube.

Nach allgemeinen Erläuterungen zu dem Thema zitierte Vollbrecht aus seinem Buch „Alte Grenzsteine – Zeugen der Vergangenheit in Nidderauer Wäldern“ eine Urkunde, die einen Bezug zu Himbach (heute Ortsteil von Limes­hain) hat. Anno 1729 waren Landscheider aus dem Gericht Eckartshausen, zu dem Himbach gehörte, an einer Grenzsteinsetzung an der Grenze zur Gemarkung Ostheim beteiligt. Für ihren gemeinsamen Markwald waren auch die Landscheider aus Windecken und Ostheim mit dabei.

1786 hatten die Gemeinden des Gerichts Eckartshausen das Übertragen eines Waldes aus dem Besitz des Hauses Isenburg in ihr Eigentum erstritten. 1868 teilten die Gemein­den Eckartshausen, Himbach, Langenbergheim und Altwiedermuß jenen Wald unter sich auf. Mit Bildern stellte Vollbrecht bis heute erhalten gebliebene Grenzsteine vor, die diese historischen Vorgänge bezeugen. Mit einer von Wolfgang Wefers gefertigten Präsentation zeigte danach Ernst Gaube Grenzsteine aus dem Jahr 1773 in den Gemarkungen Düdels­heim, Hainchen und Himbach.

E CKARTSHAUSENER
G
ERICHTS W ALD G EMEINDE
L ANGENBERGHEIM

 

Am 18. Mai 2008 schloß sich dann eine Grenzsteinwanderung durch den Wald entlang der Grenze zu Ostheim und Hammersbach an. Viel Interesse fanden dabei die Geschichten um den „Knorrhans“, einen alten Dreimärker aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts. Hier schnitten sich die Grenzen des Markwaldes Windecken und Ostheim, der Mark Altenstadt und der Herrschaft Isenburg – Meerholz. Unter den Teilnehmern war auch Reinhard Knorr aus Büdesheim. Doch dürfte wohl kaum ein Vorfahre aus grauer Vorzeit der Namensgeber für den Stein gewesen sein. Die Vermutung geht eher dahin, daß dafür sein Aussehen ursächlich war. Das mittelhochdeutsche „knorre“ steht für Auswuchs oder Knoten. Schon als man den Stein setzte, hatte er das heutige Aussehen, denn merkwürdigerweise hat man ihn mit dem unbehauenen Steinfuß nach oben gesetzt.


DREIMÄRKER KNORRHANS

Die Wanderer folgten dann der Grenze zwischen dem ehemaligen G roßherzogtum Hes­sen und dem Königreich P reußen. Dort blieb eine ganze Reihe der früheren Landesgrenz­steine mit noch gut erkennbaren Markierungen erhalten. Heute verläuft dort die Grenze zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und dem Wetteraukreis.

8. September 2007

Der Vorstand des Kleingartenvereins Am Lindenbäumchen Heldenbergen hatte seine Mitglieder zu einer Grenzsteinwanderung eingeladen. Die Führung übernahm der Obmann für historische Grenzsteine in Nidderau, Günter Vollbrecht, der zunächst einen Einblick in die lokalgeschichtlichen Zusammenhänge gab.

Die Wanderung begann an der Grenze zwischen dem früheren Markwald von Windecken und Ostheim sowie dem Eichener Unterwald. Hier verläuft die Grenze der Gemarkungen Ostheim und Eichen der Stadt Nidderau. Die 1737 gesetzten Grenzsteine haben damit auch heute noch eine offizielle Abmarkungsfunktion. Wer sie beschädigt oder entfernt kann mit einem Bußgeld von bis zu € 25.000 belegt werden.

Schon bald war der erste alte Grenzstein erreicht und es wurde die Bedeutung der noch gut erhaltenen Markierungen erläutert. Leider mußte dabei auch auf das Werk von Chaoten hingewiesen werden.

 

Die Arbeitsgemeinschaft Historische Grenzsteine Nidderau hatte im vergangenen Jahr an den Grenzsteinen in diesem Abschnitt Hinweispfähle gesetzt, die große Fahrzeuge zur Vorsicht mahnen sollen. Ein solcher Pfahl ist vor einigen Wochen offenbar vorsätzlich abgebrochen worden. Wie Vollbrecht mitteilte, hat Bürgermeister Gerhard Schultheiß zwischenzeitlich das Erneuern des Pfahles durch die Stadt Nidderau veranlaßt.

Der Weg endete am Rande eines steilen Abhanges, von dem man einen schönen Blick auf Höchst an der Nidder hat. Unterwegs hatte man 10 alte Grenzsteine gefunden, die seit nun 270 Jahren allen Einwirkungen von Mensch und Natur standgehalten haben.

Die eifrige Suche nach den Grenzsteinen macht manchmal auch aufmerksam auf andere Dinge am Wegesrand, die man sonst vielleicht übersehen hätte. Hier hat ein Hornissenvolk einen Nistkasten der Eichener Vogelschützer in Besitz genommen und für seine Zwecke ausgebaut.

Es schloß sich noch ein Abstecher zur Grenze des Main-Kinzig-Kreises und des Wetteraukreises an. Dort verlief früher auch die Grenze zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Preußen (bis 1866 Kurfürstentum Hessen). Hier blieben ebenfalls bis heute einige der früheren Landesgrenzsteine erhalten.

Zurück am Ausgangspunkt bedankte sich Günter Vollbrecht für die Initiative des Vereins zu dieser Wanderung, die erneut Gelegenheit geboten habe Informationen zu historischen Grenzsteinen zu geben und damit die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Er bedankte sich ferner für eine von dem Vereinsvorsitzenden Dieter Löw übergebenen Spende für die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Historische Grenzsteine Nidderau.

Juli 2007

Die „Arbeitsgemeinschaft historische Grenzsteine Nidderau“ hatte im September 2006 an der Grenze des Eichener Unterwaldes zum Bürgerwald Windecken an den noch vorhandenen alten Grenzsteinen aus dem Jahr 1737 Hinweispfähle mit einem Schild „Historischer Grenzstein“ gesetzt. Ortsfremde Fahrer der bei der Waldbewirtschaftung eingesetzten Rücke- und Transportfahrzeuge sollen damit zur Vorsicht gemahnt werden. Die Teilnehmer der in Nidderau tagenden Jahresversammlung des Vereins zur Pflege historischer Grenzmale Hessen nahmen im November 2006 diesen Versuch in Augenschein und es gab eine positive Resonanz.

Nachdem einige Hindernisse vielfältiger Art beseitigt waren, hatte sich die Arbeitsgemeinschaft im Juli 2007 für solche Sicherungsmaßnahmen einen weiteren Grenzabschnitt vorgenommen.

An der Grenze des bis 1830 gemeinsamen Markwaldes von Windecken und Ostheim zum Wald von Marköbel, heute Ortsteil von Hammersbach, blieben eine ganze Reihe von 1732 gesetzten Grenzsteinen erhalten. Die Markierungen MK für Marköbel und WO für Windecken und Ostheim sind z.T. heute noch gut erkennbar. 275 Jahre haben die Steine Einwirkungen von Natur und Mensch überstanden. Mit dem Setzen der Hinweispfähle soll ein Beitrag geleistet werden, diese steinernen Zeugen der Vergangenheit in den Nidderauer Wäldern zu erhalten.

Es wurden solide Pfähle aus Eichenholz gekauft, von denen eine lange Lebensdauer erhofft wird. Die kesseldruckimprägnierten Halbhölzer an der Grenze zu Eichen hatten sich 2006 leicht in den Waldboden einschlagen lassen. Für die 10 x 10 cm starken Eichenpfähle hätten nun jedoch mit viel Zeitaufwand Löcher gegraben werden müssen.

Es war daher ein Glücksfall, daß Herr Hermann Pirkl aus Windecken für eine ehrenamtliche Mitarbeit gewonnen werden konnte. Er betreibt dort eine Pferdepension und besitzt einen von einem Traktor angetriebenen Erdbohrer, der sonst bei dem Setzen von Weidepfählen zum Einsatz kommt.


Mit Hilfe des Erdbohrers wurde ein flottes Arbeitstempo vorgelegt.

Das Aussehen der Abbruchkante auf dem Stein (linkes Bild) läßt darauf schließen, daß der Schaden vor nicht allzu langer Zeit entstanden ist. Die Ursache dafür, dürfte in dem vorher dort wirr herumliegenden Kronenholz zu suchen sein. An solchen unübersichtlichen Stellen sind die Steine für Fahrzeuglenker nur schwer erkennbar. Es wird erhofft, daß dem Grenzstein mit der gut erkennbaren Markierung WO (rechtes Bild) durch den Hinweispfahl ein besseres Schicksal beschieden sein wird.

Mitgewirkt bei der Aktion haben neben Hermann Pirkl ferner Bernd Siebel und Michael Rehrauer von den Heimatfreunden Windecken sowie Günter Kazmeier, Michael Schilling und Günter Vollbrecht. Die Schilder hatte wieder die Drogerie Hartmut Lotz in Windecken hergestellt. Die Kosten dafür und für den Kauf der Pfähle haben die Heimatfreunde Windecken, der Heimat- und Geschichtsverein Ostheim, der Verein nutzungsberechtigter Bürger Windecken und der Verein für Kultur und Heimatgeschichte Hammersbach übernommen.

Beteiligt war dabei auch der Geschichtsverein Hanau, der das Honorar für einen vom Obmann für historische Grenzsteine Günter Vollbrecht gehaltenen Vortrag großzügig aufgerundet hatte, da auch dieser Betrag in die Finanzierung einfließen sollte. Anläßlich einer Grenzsteinwanderung mit dem Obst- und Gartenbauverein Eichen im Jahre 2006 hatte dessen Vorsitzender Kurt Göllner gleichfalls eine Spende für solche Zwecke übergeben. Die Stadt Nidderau stellte die für Transporte notwendigen Fahrzeuge und einige Materialien zur Verfügung.

Erfreulich ist das Mitwirken des Vereins für Kultur und Heimatgeschichte Hammersbach. Damit wird das auch dort bestehende Interesse am Bewahren der historischen Grenzsteine an der gemeinsamen Grenze zwischen Marköbel und dem früheren Markwald Windecken und Ostheim unterstrichen.

Die Urkunde über das Setzen der Grenzsteine anno 1732 schließt mit dem Satz: „übrigens aber alles im guten Frieden zugegangen“

Mit dabei waren damals:

Herr Amtmann von Lind (Amt Windecken)
Herr Stadtschreiber Mertz
Windecker Märkermeister Frantz Lapp
Marköbeler Märkermeister Peter Müller
Herrschaftlicher Schultheiß Brust von Ostheim
Herrschaftlicher Schultheiß Wörsching von Marköbel

Mit dem heutigen gemeinsamen bürgerschaftlichen Engagement für den Erhalt der Kleindenkmäler aus der Geschichte unserer Heimat ist es gelungen, dieses friedliche Miteinander in der Gegenwart wieder zu beleben.

Von links: Hermann Pirkl, Michael Schilling, Günter Kazmeier, Michael Rehrauer, Bernd Siebel

Mai 2007

Die Grenze zwischen Hammersbach/Marköbel und dem ehemaligen Gemeindewald Ostheim war auf einem Abschnitt von einigen hundert Metern kaum begehbar. Die dort noch vorhandenen historischen Grenzsteine aus der Zeit des gemeinsamen Markwaldes Windecken und Ostheim standen teilweise unter wirr herumliegendem Kronenholz. Für interessierte Besucher und für Kontrollgänge der Arbeitsgemeinschaft Historische Grenzsteine Nidderau waren daher Verbesserungen in diesem Bereich unabdingbar.


Nach Abschluß der Holzhauungsperiode sind ab Mitte April die Waldarbeiter wieder dem Bauhof der Stadt Nidderau zugeordnet. Bürgermeister Gerhard Schultheiß hat daher nun das Beseitigen des Kronenholzes veranlaßt.

 

Der auf dem Gebiet der Stadt Nidderau verlaufende Grenzweg ist in einem schlechten Zustand. Er wird mit zunehmender Vegetation durch hohen Grasbewuchs noch weniger gut begehbar sein. Es wurde daher auf der Seite nach Marköbel hin das Kronenholz geräumt und dort bessere Möglichkeiten geschaffen, die kulturhistorisch wertvollen Kleindenkmale zu präsentieren. Bürgermeister Michael Göllner von Hammersbach war als Nachbar mit der gewählten Verfahrensweise gerne einverstanden.

Forstwirt Günther Kollosche (links) und Stephan Reitz vom Bauhof Nidderau

Der Grenzstein zeigt die Markierung O für Ostheim. Er wurde nach der am Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgten Teilung des Markwaldes Windecken und Ostheim offenbar ergänzt. Ursprünglich war auf den Steinen ein WO für Windecken und Ostheim eingemeißelt und auf der Gegenseite ein MK für Marköbel. Nach der Teilung des Waldes konnte das W entfallen.

 

4. Januar 2007

Die Grenze zwischen dem Wald der ehemaligen Gemeinde Ostheim, heute einer der Nidderauer Stadtteile, und dem Wald von Marköbel (Hammersbach) stand auf dem Programm der „Arbeitsgemeinschaft Historische Grenzsteine Nidderau“ für das Jahr 2007.

Anno 1732 hatten hier die Landscheider der anliegenden Gemeinden 23 Grenzsteine mit der Markierung WO für Windecken und Ostheim sowie MK für Marköbel neu gesetzt. Die Arbeitsgemeinschaft hatte sich vorgenommen, einige schon bekannte aber sehr tief sitzende Steine etwas sichtbarer zu machen. Doch auch die Suche nach weiteren Steinen war geplant.

Teilnehmer bei der Aktion waren Georg Warning, Bernd Siebel, Michael Rehrauer, Günter Kazmeier und Günter Vollbrecht. In seiner Freizeit war auch Michael Schilling, Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt Nidderau, wieder dabei und hatte ein Meßrad mitgebracht. Damit ließen sich die nach einer Karte ermittelten Abstände der Steine gut nachvollziehen und die Suche wurde so erleichtert. Erschwert wurde die Vermessung dagegen durch auf dem Grenzweg ausgebrachtes Kronenholz.


Georg Warning legt einen Stein frei

Bei nicht gerade idealen Witterungsverhältnissen ist es gelungen, zwei bisher noch nicht bekannte Steine zu finden. Damit sind 15 der 1732 gesetzten Steine dokumentiert. Ein erstaunliches Ergebnis in Anbetracht der seither vergangenen 275 Jahre. Über Jahrhunderte muß offenbar Förstern und Waldarbeitern der Erhalt dieser Kleindenkmale ein Anliegen gewesen sein. Ostheim hat dadurch heute noch einen sehenswerten Grenzverlauf mit historischen Grenzsteinen, der es wert ist gepflegt zu werden.

Noch im vergangenen Frühjahr hatte hier ein Holzberg den Grenzweg blockiert. Er ist inzwischen verschwunden. In einem anderen Grenzabschnitt muß noch herumliegendes Kronenholz beseitigt werden. Unter einer größeren Holzansammlung könnte sich ein weiterer Grenzstein verbergen.

27. November 2006

 Auf die eingeschränkten Möglichkeiten der Ämter für Bodenmanagement (früher Katasterämter) bei der Sicherung von historischen Grenzsteinen, die heute noch Abmarkungsfunktion haben, wurde schon hingewiesen. Dennoch ist das Neusetzen von im Wald liegenden oder in den Boden eingefahrenen Steinen ein notwendiger Beitrag zum Bewahren der Kleindenkmale.

Nach den vorbereitenden Erfassungsarbeiten durch Vermessungsoberrat Gerhard Brune, der für historische Grenzsteine zuständig ist, wurden nun zwei Vermessungstrupps des Amtes für Bodenmanagement Büdingen tätig.

An der Gemarkungsgrenze zwischen den Stadtteilen Ostheim und Eichen wurde begonnen. Dort war an dem Grenzweg zwischen dem Bürgerwald Windecken und dem Eichener Unterwald ein Stein umgefahren und in den Boden gedrückt worden. Neu eingemessen sitzt er nun wieder an seinem ursprünglichen Standort. Ein weiterer Stein stand sehr schräg und wurde bei der Gelegenheit neu ausgerichtet.



Der Wald in der Gemarkung Ostheim erstreckt sich Richtung Rommelhausen bis an die Kreisgrenze zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und dem Wetteraukreis. In diesem Grenzverlauf blieben eine Reihe von Grenzsteinen mit den Markierungen KP für Königreich Preußen und GH für Großherzogtum Hessen erhalten. Auch diese Steine haben noch heute eine Abmarkungsfunktion. Zwei Exemplare lagen dort frei auf dem Waldboden. Ihre ursprünglichen Standorte wurden eingemessen und danach wurden sie wieder neu gesetzt.


Die Stadt Nidderau dankt dem Amt für Bodenmanagement Büdingen für dessen Engagement in ihrem Stadtgebiet.

Ein seltenes Beispiel dafür, wie die Natur bei dem Bewahren von historischen Grenzsteinen zum Helfer werden kann, zeigt eine Buche im dortigen Grenzverlauf.


4. November 2006

Bürgermeister Gerhard Schultheiß konnte in Nidderau die Teilnehmer der diesjährigen Grenzsteintagung begrüßen. Unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins zur Pflege Historischer Grenzmale Hessen e.V. , Bernhard Heckmann, der gleichzeitig Koordinator der hessischen Obleute zur Erfassung Historischer Grenzsteine ist, trifft man sich alljährlich zum Erfahrungsaustausch.

Der für Nidderau zuständige Obmann Günter Vollbrecht stellte mit Bildern eine Auswahl aus dem reichen Schatz der erhalten gebliebenen historischen Grenzsteine in den Wäldern der Stadt Nidderau vor.

In der Pause nach dem Mittagessen stand dann eine Busfahrt in den Wald auf dem Programm.

Hier nehmen die Tagungsteilnehmer die von der „Arbeitsgemeinschaft Historische Grenzsteine Nidderau“ im Herbst gesetzten Hinweispfähle in Augenschein. Fahrer von großen Fahrzeugen sollen bei der Holzabfuhr damit auf die alten Grenzsteine am Wegesrand aufmerksam gemacht werden.



Der Stein steht an der Grenze der Gemarkungen Ostheim und Eichen, Stadtteile der Stadt Nidderau. Das WO auf dem 1737 gesetzten Stein mit der laufenden Nummer 14 steht für den früheren Markwald Windecken und Ostheim.

Der Stein im Vordergrund markiert heute noch die Grenze zwischen dem Wetteraukreis und dem Main-Kinzig-Kreis. Das KP auf dem 1844 gesetzten Stein steht für Königreich Preußen. Nach der Annexion des Kurfürstentums Hessen im Jahre 1866 mußte das dort ursprünglich eingemeißelte KH entfernt werden.

Neben dem Stein aus dem Jahr 1844 konnten sich die Besucher einen stark verwitterter Dreimärker, den „Knorrhans“, ansehen, der sehr viel älter ist. Er fügt sich ein in eine Reihe von erhalten gebliebenen 1610 gesetzten Grenzsteinen. Aus alten Urkunden ergibt sich eine Besonderheit zu diesem Stein. Er blieb dort rund 50 Jahre liegen und wurde erst 1661 gesetzt. Inzwischen waren die ursprünglich angebrachten Wappen für Hanau, die Burg Friedberg und das Haus Isenburg schon zerschlagen worden. Und gesetzt hat man den Stein mit dem Steinkopf nach unten. Was man heute dort noch sieht ist also der unbehauene, rohe Fuß des Steins.

In das Tagesprogramm eingebunden war auch die Mitgliederversammlung des „Vereins zur Pflege historischer Grenzmale Hessen e.V.“ unter der Leitung des Vorsitzenden Wulf Schröder, Präsident des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation in Wiesbaden.

Der Ende 2004 gegründete Verein hat inzwischen 48 Mitglieder sowie zwei fördernde Mitglieder. Mit diesem Status können juristische Personen Mitglied werden. So ist es auch Kommunen oder Vereinen möglich, die Ziele des Vereins zu unterstützen. Unter www.grenzmale-hessen.de findet man nähere Informationen.

Bilder: Wolfgang Jörg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation.
Zum Tagungsverlauf seien zwei Pressestimmen zitiert:

HANAUER ANZEIGER 6.11.2006 ( PDF-Datei)
HANAUER BOTE 15.11.2006 ( PDF-Datei)

1. November 2006

In aller Regel sind historische Grenzsteine auch noch heute gültige Vermessungspunkte. In den Wäldern der Stadt Nidderau blieben Steine an innerstädtischen Gemarkungsgrenzen, an den Grenzen zu anliegenden Gemeinden und an der Grenze des Main-Kinzig-Kreises zu dem Wetteraukreis erhalten. Bei den Grenzsteinwanderungen fallen gelegentlich Steine auf, die frei auf dem Waldboden liegen oder durch Fahrzeuge umgedrückt wurden.

Bei dem Sichern, bei dem Setzen solcher Steine kann allein das für Nidderau zuständige Amt für Bodenmanagement Büdingen (früher Katasteramt) tätig werden. Für diesen Aufgabenbereich stehen aber finanzielle Mittel nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Auch vom Personaleinsatz her haben andere Dinge Priorität.

Um so erfreulicher ist es, daß nun Vermessungsoberrat Gerhard Brune vom Amt für Bodenmanagement Büdingen eine Reihe solcher Steine in den Nidderauer Wäldern erfaßt hat. Nach Möglichkeit soll noch im November mit dem Setzen der Steine begonnen werden.



Vermessungsoberrat Brune vor einem Stein an der Grenze zum Wetteraukreis

Oktober 2006

Die neue Forsteinrichtung für die Wälder der Stadt Nidderau wurde vorgelegt. Nach einer Bestandsaufnahme werden dabei für einen Planungszeitraum von zehn Jahren die Art und der Umfang der Bewirtschaftung festgelegt. Unter der Beachtung des Prinzips der Nachhaltigkeit gibt z. B. der Hauungsplan Auskunft über die Menge des einschlagfähigen Holzes. Der Kulturplan trifft Festlegungen über die Art der Wiederaufforstung und über die Baumarten, die dabei bevorzugt werden sollen. Unter dem Eindruck der sich möglicherweise ergebenden Klimaveränderungen kommt letzterem eine erhöhte Bedeutung zu. Bei den langen Zeiträumen der Waldbewirtschaftung wird sich erst nach über hundert Jahren zeigen, ob heutige Entscheidungen richtig oder falsch waren.

 

In die eingehende allgemeine Beschreibung der Wälder in der Forsteinrichtung wurden nun erstmals in Nidderau auch Hinweise auf vorhandene historische Grenzsteine aufgenommen. Die Revierförster sind zwar angehalten, bei der Waldbewirtschaftung auf die Steine zu achten und Beschädigungen zu vermeiden. Auch in der Forstwirtschaft sind jedoch viele Dinge im Umbruch. Der örtliche Waldarbeiter wird zunehmend durch Fremdfirmen ersetzt. Ob Revierförster ihr Berufsleben in einem Revier verbringen oder ob sich öfter personelle Veränderungen ergeben ist auch fraglich.

Konkrete revierbezogene Hinweise auf historische Grenzsteine könnten daher ein Beitrag zum Erhalt der Steine sein.

6. September 2006

Der Eichener Obst- und Gartenbauverein hatte seine jährliche Herbstwanderung mit einem Grenzgang verbunden. Der Vorsitzende Kurt Göllner konnte unter den 30 Teilnehmern auch Bürgermeister Gerhard Schultheiß und Dr. Dieter Müller, den Leiter des Forstamtes Hanau-Wolfgang, begrüßen. Auch aus umliegenden Gemeinden waren Gäste gekommen.

 

 

 

 


Es wurde ein Einblick in die Geschichte des Eichener Unterwaldes gegeben, die eng verbunden ist mit der Geschichte des früheren Markwaldes Windecken und Ostheim. Bei dem ersten angetroffenen Grenzstein gab es Erläuterungen zu den Beweggründen für das Setzen der Hinweispfähle.

1. September 2006

Erhalten blieben alte Grenzsteine überwiegend in den Wäldern unserer Heimat. Dort sind sie bei der Forstbewirtschaftung Gefahren ausgesetzt. Bei den eigentlichen Fällarbeiten sind Hinweise und Kontrollen durch die Revierförster noch ganz gut möglich. Obwohl auch hier die Reviere größer geworden sind. Allerdings werden die für den Holzrückebetrieb und den Transport zum Einsatz kommenden Fahrzeuge auch immer größer. Dadurch sind oft die an den Wegrändern sitzenden Steine gefährdet. Sie sitzen manchmal sehr tief und sind gar bei Schneelagen kaum erkennbar.

Solche Überlegungen waren für die Arbeitsgemeinschaft „Historische Grenzsteine“ Anlaß, Hinweispfähle mit einem Schild „Historischer Grenzstein“ an alten Grenzsteinen zu setzen. Die Pfähle sollen die oft ortsfremden Fahrer zum vorsichtigen Fahren veranlassen. Begonnen wurde mit dieser Maßnahme an der Grenze zwischen dem Bürgerwald Windecken und dem Eichener Unterwald. Beteiligt waren Bernd Siebel, Michael Rehrauer, Rudi Förter, Georg Warning, Michael Schilling, Günter Kazmeier und Günter Vollbrecht. Die Stadt Nidderau stellte ein Fahrzeug zur Verfügung.

Die Sachkosten haben die Heimatfreunde Windecken, der Heimat- und Geschichtsverein Ostheim und der Verein nutzungsberechtigter Bürger Windecken übernommen.

Natürlich kann man einwenden, daß mögliche Diebe erst durch solche Pfähle auf die Steine aufmerksam gemacht würden. Obwohl der Diebstahl einer gültigen Grenzmarkierung mit einem Bußgeld von bis zu € 25.000 geahndet werden kann, ist das nicht auszuschließen. Allerdings wird auch ein durch ein Fahrzeug zerstörter Stein für immer verschwunden sein. Das Diebstahlrisiko ist auch abzuwägen mit der Chance, eine für das Thema sensibilisierte Öffentlichkeit zu Hütern der alten Steine zu machen.

Von links: Günter Kazmeier, Michael Schilling, Georg Warning, Rudi Förter, Michael Rehrauer, Bernd Siebel

14. Juli 2006

Die „Präsenz“ ist eine Besonderheit bei der evangelischen Kirchengemeinde Windecken. Über Jahrhunderte blieb hier bis heute eine kirchliche Sonderkasse mit Stiftungscharakter erhalten, aus deren Vermögenserträgen früher bestimmte Leistungen erbracht wurden. Anno 1751 ließ die Präsenz ihre Grundstücke in der Gemarkung Windecken absteinen.

In der offenen Feldflur sind nahezu alle historischen Grenzsteine verschwunden. Doch ein Exemplar blieb erhalten. Etwa 30 Jahre verbrachte der Stein im Garten der Familie Menger in Windecken, die ihn aus abgelagertem Erdaushub geborgen hatte.

Frau Menger war gerne damit einverstanden, daß der Stein nun vor dem evangelischen Gemeindehaus in Windecken einen der Öffentlichkeit zugänglichen Platz gefunden hat. Er ist damit quasi zu seinen Eigentümern zurückgekehrt.

 

11. April 2006

Bernd Siebel, der Vorsitzende der Heimatfreunde Windecken, hatte sich für den Grenzgang seines Vereins ebenfalls diese Grenze ausgesucht. Da die Hindernisse inzwischen beseitigt waren kamen die 20 Teilnehmer gut voran. An den Grenzsteinen konnten keine Veränderungen festgestellt werden und man sah sich auch noch Steine an der Grenze zum Wetteraukreis an.

16. Januar 2006

Mit dem Verein nutzungsberechtigter Bürger hat Windecken einen Verein besonderer Art. Er vertritt die Rechte seiner Mitglieder an dem Windecker Bürgerwald. Entlang der Grenze des Waldes zum Eichener Unterwald waren 20 Teilnehmer unterwegs. Bei den Erläuterungen von Günter Vollbrecht, der auch Vorsitzender des Vereins ist, stand die Geschichte des Bürgerwaldes im Vordergrund. Mit den angetroffenen Grenzsteinen wird diese Vergangenheit sichtbar. Der Hanauer Anzeiger und die Frankfurter Neue Presse hatten Journalistinnen geschickt, die dann ausführlich über den Grenzgang berichteten. Das Vorankommen auf dem Grenzweg war manchmal etwas schwierig.

 

 

7. Mai 2005

Der Heimat- und Geschichtsverein Ostheim war mit 28 Teilnehmern zu seinem zweiten Grenzgang unterwegs. Einen Teil des ersten Abschnitts kannte man schon von dem Vorjahr und die Grenzsteine zum Marköbeler Wald wurden unversehrt angetroffen. Auf dem Weg hatte sich jedoch eine Veränderung ergeben. Ein Holzberg machte das Vorankommen mühsam.

Im weiteren Verlauf folgte man der früheren Grenze zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Kurfürstentum Hessen, das 1866 von Preußen annektiert wurde. Die Spuren dieser politischen Veränderung lassen sich noch heute auf den zahlreich erhaltenen Steinen erkennen. Am Ende der Strecke traf man auch wieder auf Steine aus der Zeit des gemeinsamen Markwaldes Windecken und Ostheim. Eine Besonderheit ist dort der Dreimärker „Knorrhans“, um den sich ein Geheimnis rankt.

18. Dezember 2005

Einige Minusgrade und der Termin am frühen Vormittag hatten 20 Teilnehmer nicht davon abgehalten der Einladung von Helmut Gockert, dem Vorsitzenden des Vereins für Heimatgeschichte Erbstadt, zu folgen. Eine Vertreterin der Frankfurter Neuen Presse war auch gekommen. An den Grenzen des Erbstädter Waldes blieben Grenzsteine aus verschiedenen Zeitepochen erhalten. Der Wald lag bis 1972 als Hanauer Exklave im Gebiet des Kreises Friedberg.

18. Oktober 2005

Die erste Grenzsteinwanderung des Heimat- und Geschichtsvereins Ostheim führte entlang der Grenze zwischen dem früheren Gemeindewald Ostheim und dem Marköbeler Wald. Man wanderte bis zu dem Dreimärker „Hoher Stein“ an der früheren Grenze zwischen dem Großherzogtum Hessen und Preußen. Vorsitzender Heinrich Pieh konnte 28 Teilnehmer begrüßen.

Unterwegs wurde die Geschichte des bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts gemeinsam von Windecken und Ostheim genutzten Markwaldes geschildert und die Bedeutung der auf den Grenzsteinen noch erkennbaren Markierungen erläutert.