Fluglärm über Nidderau

 

Stadtverwaltung sammelt Beschwerden und Beobachtungen

Segmentiertes Anflugverfahren und neue „Transitions“ sorgen für Unmut: In der Stadtverwaltung Nidderau häufen sich die Beschwerden der Bürger über verstärkte Belastungen durch Fluglärm. Die Nidderauer Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, sich schriftlich an die Landesregierung als größten Anteilseigner am Rhein-Main-Airport zu wenden. Bürgermeister Schultheiß appelliert an die Bürger, ihre Beschwerden und Beobachtungen per E-Mail an Corinna Wagner ( corinna.wagner@nidderau.de ), Leiterin des Fachbereichs Innere Verwaltung, weiterzuleiten, damit sich die Stadtverwaltung ein genaueres Bild über den Grad der Belastung machen kann. Allerdings schränkt der Rathauschef ein, dass die Stadt rein rechtlich keine Handhabe gegen den erhöhten Fluglärm hat, weil es sich quasi um „überörtliche Interessen“ handelt. Dennoch hat sich Schultheiß schriftlich an die Fluglärmkommission, die Deutsche Flugsicherung und das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung gewandt, wobei die Stadt auch die mangelnde Informationspolitik der Gremien und Behörden kritisiert.

Auslöser für das Anschwellen des Fluglärms sind das segmentierte Anflugverfahren und neue Transitions. Das neue Anflugverfahren wird seit Februar für ein Jahr in den Nachtstunden zwischen 23 und 5 Uhr erprobt und soll die bevölkerungsreichen Regionen um die Städte Hanau und Offenbach durch ein Umfliegen entlasten. Den ganzen Tag über erfolgen neue, so genannte Transitions, die bereits seit Mitte März als Vorgriff auf die Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest im Herbst dauerhaft eingeführt wurden. Diese Gegenanflugrouten, nach denen die Jets letztlich in den Landeanflug auf den Rhein-Main-Airport einschwenken, sind nach Norden und damit auch in den Luftraum Nidderaus verlegt worden, um den für die vierte Landebahn notwendigen, breiteren Anflugkorridor zu schaffen.

Hier finden Sie die entsprechende Vorlage an den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung mit den Beschlüssen und weitere Infos auch auf der Website der Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau – Kinzigtal e.V.  (IGF) http://www.igfluglaerm.de. Der Main.Kinzig-Kreis hat unter der E-Mail-Adresse fluglaerm@mkk.de ebenfalls einen Beschwerdekontakt eingerichet.

Artikel auf osthessen-news.de: Argumente & Widerstand: jahrelanger Kampf der Region gegen mehr Fluglärm