Lesen Sie zu den neuesten Entwicklungen den Artikel in der FR vom 23.9.2011 Mit 50 Megabit auf die Daten-Autobahn
und den Artikel der FNP vom 4.10.2011 Schultheiß gibt Gas auf der Datenschiene.
Eventuell kann man in einigen Ortsteilen ein schnelleres Breitband mit DSL-RAM erhalten. |
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Breitbandversorgung in Nidderau
Sachstandsbericht August 2011
In der Oktober-Ausgabe 2010 der Bürgerpost hat die Verwaltung darüber informiert, dass im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens mögliche Anbieter zur Einreichung von Angeboten für den Ausbau auffordert werden sollen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass es keinen Anbieter gibt, der bereits die geforderte Leistung erbringt. Nun gibt es in Nidderauer einen Funkanbieter, der sein Unternehmen in den letzten Monaten massiv erweitert hat und gerne diesen Markt, d. h. die unversorgten Haushalte, übernehmen möchte. Leider hat sich die Mehrheit der Nidderauer Bürger, die sich an der DSL - Umfrage beteiligt haben, gegen eine Funklösung ausgesprochen.
Der Funkanbieter stellt die vom Land Hessen geförderten Mindeststandards durch sein Angebot sicher, so dass Nidderau nicht die Fördervoraussetzungen erfüllt. Damit ist die Einleitung eines Interessenbekundungsverfahrens durch die Stadtverwaltung nicht möglich. Der Funkanbieter hat auch bereits schriftlich und im persönlichen Gespräch signalisiert, dass er gegen die Einleitung des Verfahrens rechtliche Schritte einleiten wird.
Rückfragen bei der Förderstelle, ob es aufgrund der großen ablehnenden Haltung der Bürger gegenüber einer Funklösung weitere Möglichkeiten der Förderung gibt, wurden negativ beschieden. Die Stadt Nidderau kann in der derzeitigen finanziellen Situation zum einen nicht auf Fördergelder verzichten und zum anderen keinen eigenen Ausbau vornehmen. Hierzu würde die Aufsichtsbehörde keine Genehmigung erteilen.
Die Stadtverwaltung hat das Gespräch mit dem Funkanbieter gesucht, um seine Vorstellungen zu eruieren. Er hat daraufhin sein Angebot überprüft und die Preisstruktur überarbeitet. Als maximale Bandbreite kann er über die eingesetzte Technik 6144 kB/s zur Verfügung stellen. Telefonie ist über VoIP möglich.
Parallel wurden alle Möglichkeiten einer leitungsgebundenen DSL -Versorgung (Telekom, Unitymedia, E-ON) sowie die Bereitstellung von Breitband über Mobilfunktechnologie (UMTS, LTE) geprüft. In der Stadtverordnetenversammlung am 25.2.2011 in der Mehrzweckhalle Erbstadt wurde das Thema Breitband öffentlich behandelt. Viele interessierte Bürgerinnen und Bürger haben sich in der Sitzung über den Sachstand informiert.
Aktuell fand ein Beratungsgespräch mit dem vom Land Hessen eingesetzten Breitbandberater statt. Dieser bestätigte nochmals, dass die Stadt Nidderau derzeit keine Möglichkeit hat eine Verbesserung der Netzinfrastruktur aus eigener Kraft herbeizuführen. Der zukunftsorientierte Ausbau von hochbitratigen Netzen kann nur in einem größeren Verbund erfolgen. An dieser Stelle seien die Landkreise gefragt.
Auf Initiative der Stadt Nidderau wurde das Thema Breitbandausbau auf die Tagesordnung der letzten Bürgermeisterkreisversammlung genommen. Zugeladen waren Herr Butler, Breitbandberater des Landes Hessen sowie Herr Eiring, Fa. Athanus Partners, die auch bereits die Stadt Nidderau beraten haben. Herr Eiring stellte eine vom Main-Kinzig-Kreis beauftragte Machbarkeitsstudie für den kreisweiten Ausbau eines hochbitratigen Breitbandnetzes vor.
Der Kreis möchte dieses Projekt, das einen Investitionsbedarf von rund 55 Mio. Euro umfasst, zügig angehen. Die Kommunen werden um Unterstützung in Form von Beraterleistungen hinsichtlich der Verhältnisse vor Ort sowie um Kooperation im Falle größerer Tiefbaumaßnahmen durch eine Leerrohrverlegung gebeten.
Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie wurde durch die Stadtverordnetenversammlung in der Sitzung am 29.9.2011 zur Kenntnis genommen. Die Stadt Nidderau unterstützt den Breitbandausbau durch den Main-Kinzig-Kreis in Form von Beratungsleistungen, Leerrohrplanungen usw. Die Maßnahme soll bis zum Jahr 2015 abgeschlossen sein. Bis dahin soll allen Haushalten des Main-Kinzig-Kreises eine Übertragungsrate von 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen.